Streckmittel in Cannabis

Konsumieren auf eigene Gefahr!

Cannabis gilt allgemein als relativ harmlose Droge, aber es gibt tatsächlich einige sehr gefährliche Streckmittel, die häufig in Cannabis nachgewiesen werden. Diese Streckmittel können ernste gesundheitliche Risiken verursachen und sogar tödlich sein. In diesem Blogbeitrag werden wir dir die bekanntesten und gefährlichsten Streckmittel in Cannabis vorstellen und erklären, welche Auswirkungen sie auf deine Gesundheit haben können.

Inhaltsverzeichnis
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1. Was sind Streckmittel eigentlich?

Du wirst wahrscheinlich schon gehört haben, dass es sogenannte „Streckmittel“ in Cannabis gibt. Aber weißt du wirklich, was das bedeutet und welche Auswirkungen diese Streckmittel auf deine Gesundheit haben können?

Also, Streckmittel sind Substanzen, die absichtlich hinzugefügt werden, um das Gewicht von Cannabis zu erhöhen. Das bedeutet, dass dein Dealer in den meisten Fällen Substanzen benutzt, um mehr Gewinn zu machen. Wenn es dein kleiner Dealer von nebenan nicht macht, dann wahrscheinlich derjenige, der es anbaut und in den Umlauf bringt.

Das Problem ist, dass diese Streckmittel oft sehr gefährlich sind und schwerwiegende Auswirkungen auf deine Gesundheit haben können. Nur sehr wenige können geringen Schaden anrichten, deswegen solltest du wissen, welches Risiko du eingehst, wenn du Cannabis konsumierst.

Dann legen wir mal los und gehen durch die bekanntesten Streckmittel, die in Deutschland im Umlauf sind. Danach erklären wir dir noch, wie du sie erkennst und worauf du achten solltest!

2. Die gefährlichsten Streckmittel in Cannabis

2.1 Synthetische Cannabinoide

Seit der Vice-Doku wissen wir alle, dass synthetische Cannabinoide das meistverbreitete Streckmittel in Deutschland ist. Aber was ist das genau? Synthetische Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die ähnlich wie natürliche Cannabinoide wie THC und CBD wirken, aber oft viel stärker und gefährlicher sind. Die chemische Flüssigkeit wird einfach auf das meist minderwertige Gras gesprüht. Die meisten Kiffer denken beim Rauchen, dass es gute Qualität hat, aber die Wirkung kommt ausschließlich von der chemischen Flüssigkeit. Synthetisches Cannabis kann folgende Schäden entstehen lassen:

  1. Psychische Störungen: Synthetische Cannabinoide können Angstzustände, Halluzinationen, Wahnvorstellungen und sogar psychotische Episoden verursachen.

  2. Herz-Kreislauf-Probleme: Synthetische Cannabinoide können Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und sogar Herzinfarkte verursachen.

2.2 Brix aus Flüssigkunststoff

Brix aus Flüssigkunststoff ist eine Art von Streckmittel, das häufig in Cannabis verwendet wird. Es handelt sich hierbei um eine Lösung aus Wasser und einer Art von synthetischem Polymer, die oft in Form von Flüssigkunststoff oder Gummi besteht. Es wird oft über das Cannabis gesprüht, bevor es getrocknet und verpackt wird. Die Blüten sind dann hart und riechen, als ob sie in Parfüm getunkt wurden. Zu erkennen ist das Streckmittel Brix, wenn beim Anzünden die Glut ab und zu Funken schlägt.

Es kann giftige Dämpfe produzieren und beim Einatmen Schäden an den Atemwegen verursachen. Die Ascherückstände sind meist hart und brennen wie eine Art Kohle. Dazu wiegt die Blüte für ihre Größe zu viel, macht optisch auch nach mehreren Tagen einen feuchten Eindruck und der Rauch riecht chemisch-plastikartig. Da es für diese Methode um Marihuana zu strecken noch keine Langzeitstudien gibt, ist nicht bekannt, was der Konsument zu erwarten hat.

Bis jetzt kann noch nicht gesagt werden, welche langfristigen Schäden entstehen, aber Konsumenten berichten von Kopf-, Hals- und Bauchschmerzen sowie gereizten Bronchien. Dazu kommen geschwollenen Lymphdrüsen, Magen-Darm-Problemen, Herzrasen und Lungendrücken bis hin zur typischen Lungenentzündung mit mehrwöchigem Krankenhausaufenthalt.

2.3 Phenacetin

Phenacetin ist ein synthetisches Schmerzmittel, das früher noch häufiger als heute als Streckmittel in Cannabis verwendet wurde. Phenacetin wird jedoch nicht mehr als sicher angesehen und ist in vielen Ländern verboten, wegen seiner möglichen gesundheitlichen Risiken.

Einige der häufigsten Probleme, die durch das Konsumieren von Phenacetin verursacht werden können, sind:

  1. Nierenschäden: Phenacetin kann die Nieren schädigen und zu Nierenversagen führen.

  2. Blutungen im Magen-Darm-Trakt: Phenacetin kann Blutungen im Magen-Darm-Trakt verursachen.

  3. Herz-Kreislauf-Probleme: Phenacetin kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

  4. Leberschäden: Phenacetin kann die Leber schädigen und zu Leberversagen führen.

  5. Krebs: Langzeitgebrauch von Phenacetin kann das Risiko von bestimmten Arten von Krebs erhöhen, wie Nierenkrebs oder Blasenkrebs.

Phenacetin in einem Gefäß

2.4 Pestizide

Pestizide sind Chemikalien, die verwendet werden, um Schädlinge und Unkräuter im Anbau von Cannabis-Pflanzen zu bekämpfen. Pestizide können in hohen Dosen giftig sein und beim Konsum von Pflanzen, die mit Pestiziden behandelt wurden, kann es zu schweren Gesundheitsschäden kommen. Einige der häufigsten Probleme sind:

  1. Atemwegsprobleme: Pestizide können Entzündungen der Atemwege verursachen und zu Husten, Atemnot und Asthma führen.

  2. Schädigung des Nervensystems: Pestizide können das Nervensystem beeinträchtigen und zu Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen.

  3. Veränderungen des Hormonhaushalts: Pestizide können die Hormonproduktion beeinflussen und zu unerwünschten Veränderungen im Körper führen.

  4. Erhöhtes Risiko von Krebs: Einige Pestizide werden als krebserregend eingestuft und können das Risiko von bestimmten Arten von Krebs erhöhen.

2.5 Sand (Vogelsand, Quarzsand)

Sand wird nicht immer absichtlich zum Strecken von Marihuana verwendet, ist aber ein gutes Alibi. Sandrückstände oder auch Erde können nämlich durch die Ernte auf den Blüten oder im Tütchen deines gekauften Marihuana gelangen. Trotzdem wird Sand gerne zum Beschweren benutzt.

Erkennen wirst du es spätestens beim Rauchen. Es knirscht unangenehm zwischen den Zähnen. Zudem sind Sandreste in den Tütchen sichtbar. Man spürt es auch in den Fingern, sobald man eine Mischung macht. Dieter Köhler (Lungenspezialist) warnt vor den gesundheitlichen Folgen. Langfristiger Konsum kann zu Lungenentzündungen führe, also lieber Finger weg.

Sand das aus einer Hand fällt

2.6 Levamisol

Dieses Mittel wird häufig in der Tiermedizin verwendet. Levamisol ist ein synthetisches Wurmmittel, das häufig als Streckmittel in Cannabis verwendet wurde. Einige der häufigsten Probleme, die durch die Verwendung von Levamisol verursacht werden können, sind Nieren- und Leberschäden, Immunsystemstörungen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen und Magen-Darm-Probleme.

2.7 Zucker

Glucosetests sind optimal, um Zucker auf den Cannabisblüten zu identifizieren. Du schmeckst es aber auch sofort, nachdem du dir einen Joint angezündet hast. Es schmeckt extrem süßlich und ist nicht mit dem Geschmack von normalem Gras zu vergleichen. Zudem brennt der Joint unglaublich schlecht ab. Die Asche ist hart und lässt sich beim Abaschen kaum lösen.

Der Zucker ist auch mit bloßem Auge recht einfach zu erkennen. Die Grasblüten sind weiß und klebrig, wie Zucker das so an sich hat. Konsumenten klagen über Hustenreiz und Halsschmerzen, sobald man es länger raucht. Bei der Verbrennung von Zucker entstehen zudem krebserregende Stoffe!

Zucker auf einem Löffel

2.8 Schimmelpilze

Schimmelpilze sind Pilze, die natürlicherweise in der Umwelt vorkommen und sich auf organischen Materialien wie Cannabis-Pflanzen und Lebensmitteln ansiedeln können. Schimmelpilze können auch als Streckmittel in Cannabis verwendet werden, um das Gewicht zu erhöhen und damit den Verkaufspreis zu steigern. Sie produzieren giftige Stoffe, die als Mykotoxine bekannt sind, die beim Konsum von schimmelbelasteten Cannabis zu Gesundheitsschäden führen können. Die häufigsten Probleme sind:

  1. Atemwegsprobleme: Schimmelpilze können Entzündungen der Atemwege verursachen und zu Husten, Atemnot und Asthma führen.

  2. Allergische Reaktionen: Schimmelpilze können allergische Reaktionen auslösen, einschließlich Juckreiz, Hautausschlag und Atembeschwerden.

  3. Schädigung des Nervensystems: Schimmelpilze können das Nervensystem beeinträchtigen und zu Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen.

  1. Immunsystemstörungen: Schimmelpilze können das Immunsystem beeinträchtigen und das Risiko von Infektionen erhöhen.

  2. Langzeitschäden: Schimmelpilze können langfristige Schäden an der Gesundheit verursachen, wie chronische Lungenerkrankungen oder sogar Krebs.

2.9 Haarspray

Haarspray ist eins der fiesesten Streckmittel, weil es unglaublich stinkt. Durch den süßlich-chemischen Geruch fühlst du dich wie in einer Parfümerie! Es ist so hart und klebrig, dass du es kaum aufbröseln kannst. Oft wird es mit Brix verwechselt, weil die Asche beim Kiffen genauso hart ist.

Gesundheitlich ist Haarspray als Streckmittel in Cannabis höchst krebserregend und kann die Atemwege stark beeinflussen und beschädigen. Normalerweise wird der Joint nach ein, zwei Zügen sowieso ausgemacht, weil es ungenießbar ist. Tu dir und deinem Körper den gefallen, und schmeiß es sofort weg oder versuche es zurückzugeben!

2.10 Schmierfarben

Diese Farben werden häufig verwendet, um das Aussehen von Cannabis zu verbessern. Schmierfarben, auch als Lebensmittelfarben oder Lebensmittelpigmente bekannt, sind Farbstoffe, die in der Lebensmittelindustrie verwendet werden, um Lebensmittel eine ansprechende Farbe zu verleihen. Sie werden aber auch als Streckmittel in Cannabis verwendet, um das Aussehen zu verbessern und die Blüten zu erschweren, um mehr Profit zu machen. Schmierfarben können allergische Reaktionen auslösen, einschließlich Juckreiz, Hautausschlag und Atembeschwerden. Zudem kann es zu Magen-Darm-Problemen, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen.

2.11 Talkum (Speckstein)

Talkum ist der optische Streckmittelkönig. Talkum oder auch Speckstein genannt, ist ein Mineral, dass Cannabis saftig und harziger aussieht. Daher ist es unter den Streckmitteln für Cannabis sehr beliebt.

Wenn du eine Blüte auf eine schwarze Fläche wirfst, solltest du kleine weiße Rückstände erkennen. Das sollte den verdacht bestätigen. Wenn sich die Rückstände dann noch speckig und seifig anfühlen, kannst du dir sicher sein.

Talkum kann schwere gesundheitliche Schäden verursachen. Besonders die Atemwege leiden unter dem Konsum. Längerer Konsum führt dazu, dass sich Talkum im Lungengewebe ansetzt. Das kann zu einer Silikose führen, ähnlich wie bei Bergleuten. Mit dieser Lungenkrankheit ist nicht zu spaßen!

Talkum in einer Schale

2.12 Glaspartkel

Glas mit bloßem Auge zu erkennen, ist fast unmöglich. Das Cannabis wird mit extrem kleinen, abgerundeten Glaspartikeln gestreckt. Das Streckmittel Glas ist im Cannabis zu erkennen, wenn die Blüte aus ca. 20 cm, auf einen sauberen Untergrund gefallen lassen wird. Die Glasstücke sollten nach mehrmaligem wiederholen erkennbar sein.

Um mit Sicherheit sagen zu können, dass es mit Glas gestreckt wurde, sollte es mit einem Taschen-Mikroskop untersucht werden. Durch die hohen Temperaturen zerplatzen die kugelförmigen Glaspartikel während der Verbrennung.

Dabei entstehen scharfkantige Bruchstücke, die mit dem Rauch in die Atemwege gelangen. Diese verursachen unter Umständen sogenannte Mikro-Schnittverletzungen. Durch die Vernarbung dieser Kleinstverletzungen steht das geschädigte Lungengewebe nicht mehr für den Gasaustausch zu Verfügung. Mehrmaliger Konsum von Glas gestrecktem Cannabis kann ebenfalls zu einer Silikose führen, im schlimmsten Fall zu kompletten Lungenversagen.

3. Wie kann man Streckmittel in Cannabis erkennen?

Es gibt einige Anzeichen, die auf die Verwendung von Streckmitteln in Cannabis hinweisen können. Hier sind einige Tipps, wie man Streckmittel in Cannabis erkennen kann:

  1. Gewicht: Ein erhöhtes Gewicht im Vergleich zu der normalen Menge an Cannabis kann eine Möglichkeit sein, dass Streckmittel hinzugefügt wurden.

  2. Aussehen: Unnatürliche Farben, ungewöhnliche Texturen oder Klumpen sind ebenfalls ein Anzeichen.

  3. Geruch: Ein ungewöhnlicher oder unangenehmer Geruch ist das auffälligste Anzeichen, dass Streckmittel hinzugefügt wurden.

  4. Geschmack: Bei einem ungewöhnlichen oder unangenehmen Geschmack kann, solltest du sofort die Finger davon lassen.

4. welche körperlichen Probleme können Streckmittel anrichten?

Die körperlichen Probleme, die durch Streckmittel in Cannabis verursacht werden können, sind abhängig von dem jeweiligen Streckmittel und der Menge, die konsumiert wurde. Die häufigsten Probleme sind aber:

  1. Herz-Kreislauf-Probleme
  2. Nierenschäden
  3. Lungenprobleme
  4. Schäden an der Leber
  5. Schäden an der DNA:

5. Fazit zu Streckmittel in Cannabis

Jeder muss wissen, ob sich die möglichen Risiken für einen kurzen „Highzustand“ lohnen. Wir kennen durch unsere Arbeit mittlerweile viele Menschen, die es bereut haben und schlimme Folgen erlitten haben. Von Psychosen bis hin zu schweren Lungenerkrankungen und Herzproblemen. Auf jeden Fall bist du jetzt informiert und weißt, was passieren kann, wenn man Streckmittel in seinem Gras mitraucht. Wenn du jetzt das Gefühl hast, unbedingt mit dem Kiffen aufzuhören, dann sind wir für dich da!

Melli

Über die Autorin

Hi, ich bin Melli und seit 2022 mit dabei. Ich habe es durch die Entzugskur geschafft, mit dem Kiffen aufzuhören. Jetzt will ich anderen helfen, mehr über den Entzug und den Konsum zu erfahren. Bewertungen und Feedback in den Kommentaren würde ich toll finden!

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