Cannabiskonsum Selbsttest: Kiffst du zu viel?

Cannabiskonsum Selbsttest: Kiffst du zu viel?

Kiffe ich zu viel? Diese Frage kommt selten aus dem Nichts. Meist merkst du selbst, dass Cannabis mehr Raum einnimmt, als du wolltest, oder jemand aus deinem Umfeld spricht dich darauf an. Mit diesem Selbsttest findest du in 20 Fragen und etwa 3 Minuten heraus, wo dein Konsum gerade steht.

Cannabis-Selbsttest

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20 Fragen, ehrlich beantwortet. Danach weißt du, wo dein Konsum wirklich steht.

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    Was der Test misst

    Der Test fragt nicht, wie viel Gramm du rauchst. Er fragt, was das Kiffen mit deinem Leben macht: mit deiner Stimmung, deinem Körper, deinen Freunden, deiner Familie und deiner Freizeit.

    Dazu kommen Fragen, die zeigen, wie fest Cannabis schon sitzt. Brauchst du morgens einen Joint, um in Schwung zu kommen? Wirst du kaum noch high, egal wie viel du rauchst? Solche Antworten sagen mehr über deinen Konsum als jede Mengenangabe.

    Was deine Antworten bedeuten

    Der Test zählt, wie oft du mit Ja geantwortet hast, und ordnet dich in eine von vier Stufen ein. Jede Stufe beschreibt, wie viel Platz Cannabis in deinem Alltag schon einnimmt:

    Die vier Stufen des Selbsttests

    StufeJa-AntwortenWas das heißt
    1: Noch im Rahmen0 bis 4Cannabis hat bei dir noch keinen festen Platz. Ein paar Punkte hast du trotzdem angekreuzt.
    2: Erste Warnsignale5 bis 9Cannabis nimmt sich Raum, den es vorher nicht hatte. Vieles davon fällt im Alltag kaum auf.
    3: Problematisches Muster10 bis 14Das Kiffen bestimmt mit, wie deine Tage aussehen, mit wem du sie verbringst und wie du dich fühlst.
    4: Cannabis bestimmt deinen Alltag15 bis 20Cannabis steht im Zentrum deines Alltags, körperlich und mit den Menschen um dich herum.

    Eine Ausnahme gibt es. Die ersten sieben Fragen wiegen schwerer als der Rest. Hast du davon drei oder mehr mit Ja beantwortet, landest du mindestens auf Stufe 3, auch wenn du sonst wenig angekreuzt hast.

    Das ist keine Verurteilung, sondern eine Information. Wer an dieser Stelle hängen bleibt, hatte meistens schon länger ein ungutes Gefühl.

    Wie Fachleute zu viel Kiffen erkennen

    Ärzte und Therapeuten nutzen das DSM-5, das Diagnosehandbuch der amerikanischen Psychiatrie. Darin stehen 11 Zeichen für eine Cannabis-Abhängigkeit. Die meisten davon kennst du vermutlich aus deinem eigenen Alltag:

    • Du kiffst öfter oder mehr, als du eigentlich wolltest.
    • Du willst weniger kiffen oder aufhören und schaffst es nicht.
    • Viel Zeit geht fürs Besorgen, Kiffen und Runterkommen drauf.
    • Du hast starkes Verlangen, wenn nichts da ist.
    • Arbeit, Schule oder Pflichten zu Hause bleiben liegen.
    • Du kiffst weiter, obwohl es Streit mit anderen gibt.
    • Hobbys und Treffen fallen weg, weil Kiffen wichtiger ist.
    • Du kiffst auch in Situationen, in denen es gefährlich wird, zum Beispiel vor dem Autofahren.
    • Du kiffst weiter, obwohl du merkst, dass es dir körperlich oder seelisch schadet.
    • Du brauchst immer mehr für dieselbe Wirkung.
    • Ohne Cannabis wirst du unruhig, schläfst schlecht oder bist gereizt.

    Treffen zwei bis drei Punkte zu, sprechen Fachleute von einer leichten Störung. Vier bis fünf gelten als mittel, ab sechs als schwer. Für die Frage, ob du ein Problem hast, ist also nicht die Menge entscheidend, sondern was das Kiffen mit dir macht.

    Daneben gibt es kurze Fragebögen für eine erste Einschätzung. Der CUDIT-R hat 8 Fragen und erkannte in seiner Prüfstudie 91 Prozent der Menschen mit einer Cannabis-Störung. Beim CAST aus Frankreich gilt schon ein Wert ab 3 Punkten als Hinweis auf eine Cannabis-Störung.

    Unser Test ist kein solcher Fragebogen aus der Forschung. Er fragt bewusst nach den Dingen, die Kiffer im Alltag merken, und ersetzt keine Diagnose. Wenn du eine zweite Einschätzung willst, mach zusätzlich den Cannabis Check von drugcom. Er dauert 5 bis 10 Minuten.

    Wie oft aus Kiffen ein Problem wird

    Eine Auswertung mehrerer Langzeitstudien von 2022 geht davon aus, dass etwa jeder Fünfte, der kifft, eine Cannabis-Störung hat. Wie hoch das Risiko ist, hängt stark davon ab, wie oft du kiffst.

    Bei Menschen, die einmal im Jahr kiffen, lag das Risiko bei etwa 3,5 Prozent. Bei denen, die jeden Tag kiffen, waren es rund 36 Prozent, also mehr als jeder Dritte. Wie viel am Tag noch in Ordnung ist, haben wir hier ausführlich aufgeschrieben: Wie viele Joints am Tag sind noch okay?

    Warum du es selbst so schwer merkst

    Die Veränderungen kommen schleichend. Du triffst ein bisschen weniger Leute, gibst ein Hobby auf, kiffst morgens mal einen. Jeder Schritt für sich wirkt normal, und dein Kopf findet für jeden eine gute Erklärung.

    Viele merken erst nach dem Aufhören, wie viel Platz Cannabis eingenommen hatte. Was dabei in deinem Kopf passiert, ist kein Charakterfehler, sondern hat mit deinem Belohnungssystem zu tun. Mehr dazu hier: Was Cannabis Sucht mit deinem Gehirn macht. Woran du eine Sucht im Alltag erkennst, steht hier: Wie zeigt sich Cannabis-Sucht? Die 8 wichtigsten Zeichen.

    Was du jetzt tun kannst

    Wenn du merkst, dass dein Konsum problematisch ist, gibt es verschiedene Wege. Du kannst das Aufhören allein angehen, mit den richtigen Informationen und Werkzeugen. Oder du holst dir Unterstützung bei einer Suchtberatungsstelle.

    Was beim Cannabis-Entzug konkret hilft, findest du hier: 15 Tipps für den Cannabis-Entzug

    Wenn du dir unsicher bist, wie ernst dein Konsum ist, hilft dir dieser Artikel weiter: 10 typische Kiffermerkmale

    Fazit

    Dieser Selbsttest ist keine Diagnose, er ist ein Spiegel. Wenn du ehrlich antwortest und mehrere Fragen mit Ja beantwortest, hast du einen Hinweis bekommen, den du ernst nehmen solltest.

    Was danach passiert, entscheidest du selbst. Wenn du aufhören willst und dabei nicht allein sein möchtest, begleitet dich unser Online-Programm vom letzten Joint durch alle drei Phasen bis in deinen neuen Alltag.

    Häufige Fragen

    Ab wann ist Kiffen zu viel?

    Es gibt keine feste Menge, die für alle „zu viel“ ist. Problematisch wird Kiffen, wenn du die Kontrolle verlierst, dein Alltag darunter leidet und du nicht aufhören kannst, obwohl du es willst. Wenn du jeden Tag kiffst und dir der Alltag ohne Cannabis schwerer fällt, solltest du das ernst nehmen.

    Kann man Cannabis süchtig sein ohne es zu merken?

    Ja, das kommt sehr häufig vor. Dein Kopf erklärt den Konsum zur Normalität, und die Veränderungen kommen so langsam, dass du sie von innen kaum siehst. Viele erkennen erst im Rückblick nach dem Aufhören, wie stark das Kiffen ihr Leben bestimmt hatte.

    Ist das Ergebnis eine Diagnose?

    Nein. Der Test zeigt dir, wo dein Konsum ungefähr steht. Eine Diagnose stellen Ärzte, Psychotherapeuten oder eine Suchtberatungsstelle im Gespräch mit dir.

    Werden meine Antworten gespeichert?

    Nein. Deine Antworten bleiben in deinem Browser. Gezählt wird nur, wie viele Menschen den Test gemacht haben. Deine E-Mail-Adresse brauchst du nur, wenn du dir danach das E-Book schicken lassen willst.

    Was ist, wenn ich auf Stufe 1 lande?

    Dann hat Cannabis bei dir noch keinen festen Platz. Schau dir trotzdem die Fragen an, die du mit Ja beantwortet hast. Genau diese Punkte werden mit der Zeit oft größer, gerade wenn du häufiger kiffst.

    Wie hoch ist das Risiko, abhängig zu werden?

    Etwa jeder Fünfte, der kifft, hat eine Cannabis-Störung. Bei Menschen, die jeden Tag kiffen, liegt das Risiko bei rund 36 Prozent, also bei mehr als jedem Dritten.

    Ben C., Texter im AZK-Team

    Über den Autor

    Ben C. · Texter im AZK-Team

    Ben C. hat sechs Jahre konsumiert. Er hat in einer Entzugsklinik gearbeitet und dort auch seinen eigenen Entzug gemacht. Dadurch kennt er Cannabis-Entzug aus eigener Erfahrung und aus dem Klinikalltag.

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