
Wann ist der Cannabis-Entzug am stärksten: und wie du es überlebst
ist ein Thema, bei dem viele erst anfangen zu suchen, wenn es schon unangenehm geworden ist. Vielleicht bist du gerade mitten im Konsum, mitten im Entzug...
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Viele sagen immer noch: Kiffen ist harmlos, damit kann man jederzeit aufhören.
Wenn du lange oder täglich konsumiert hast, kann sich das nach dem letzten Konsum aber ziemlich schnell anders anfühlen. Dein Körper und dein Kopf müssen auf einmal ohne etwas klarkommen, das vorher vielleicht jeden Abend, jedes Wochenende oder sogar jeden Tag da war.
Manche merken fast nichts. Andere schlafen schlecht, schwitzen nachts, sind gereizt, haben keinen Appetit oder bekommen dieses unruhige Ziehen im Kopf: Heute noch einmal, morgen dann richtig.
Genau deshalb ist es sinnvoll, die häufigsten Entzugserscheinungen durch Cannabis zu kennen. Dann sitzt du im Entzug nicht da und denkst: Was passiert hier gerade mit mir?
Der wichtigste Satz vorweg: Nicht jedes Symptom muss bei dir auftreten. Ein Cannabis-Entzug läuft nicht bei jedem gleich. Konsumdauer, Menge, THC-Stärke, Schlaf, Stress, Ernährung und deine emotionale Ausgangslage spielen alle mit rein.
Die 12 Symptome auf einen Blick
THC wirkt nicht nur im Kopf. Es greift in ein körpereigenes System ein, das Stimmung, Schlaf, Appetit und Stress mitsteuert. Wenn du regelmäßig kiffst, gewöhnt sich dieses System an den Reiz von außen und verlässt sich ein Stück weit darauf.
Hörst du auf, fällt dieser Reiz plötzlich weg. Dein Körper muss wieder selbst lernen, runterzukommen, einzuschlafen und Hunger zu spüren. Genau diese Umstellung spürst du als Entzug. Das ist unangenehm und manchmal richtig anstrengend. Es zeigt aber auch, dass dein Körper gerade wieder selbst übernimmt.
Einbildung ist das nicht. Seit 2013 führt das DSM-5, das Diagnosehandbuch der amerikanischen Psychiatrie, den Cannabis-Entzug als eigene Diagnose. Eine Auswertung von 47 Studien mit gut 23.500 Teilnehmern kam 2020 zu dem Ergebnis: Rund 47 Prozent der Menschen, die regelmäßig kiffen, bekommen beim Aufhören ein Entzugssyndrom.
Wenn du über Jahre jeden Tag gekifft hast, war THC deine Lösung für vieles: runterkommen, einschlafen, Langeweile, schwere Gefühle. Beim Aufhören fällt all das auf einmal an dich zurück. Deshalb spüren Dauerkiffer den Entzug meist stärker und länger als jemand, der nur am Wochenende kifft. Schwerer zu schaffen ist er dadurch nicht. Du brauchst nur mehr Vorbereitung.
Die meisten Entzugserscheinungen beginnen in den ersten 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Joint. Körperlich sind die Tage 2 bis 6 meist am stärksten. Nach ein bis zwei Wochen wird es für die meisten deutlich leichter.
Vorbei ist es damit aber noch nicht. Ab etwa Tag 5 rücken bei vielen die Gefühle nach vorn: Gereiztheit, Angst, Leere und der Gedanke, dass ein Joint jetzt alles leichter machen würde. Wie die Phasen zusammenhängen, liest du ausführlich im Beitrag So laufen die 3 Phasen des Cannabis-Entzugs ab.
Die Tabelle zeigt, wann die einzelnen Symptome meist anfangen und wie lange sie bleiben. Das sind Durchschnittswerte. Bei dir kann manches früher kommen, länger dauern oder ganz ausbleiben.
Wann es meist beginnt und wie lange es dauert
| Symptom | Wann es meist beginnt | Wie lange es meist dauert |
|---|---|---|
| Suchtdruck | In den ersten 24 bis 48 Stunden | Stark bis Woche 3 oder 4, danach seltener und kürzer |
| Innere Unruhe | Oft schon am ersten Abend | Am stärksten an Tag 2 bis 6, nach 1 bis 2 Wochen deutlich leichter |
| Gereiztheit und Wut | In den ersten Tagen | Kommt bis Woche 3 oder 4 immer wieder |
| Angst und Nervosität | In den ersten Tagen | In Wellen bis Woche 3 oder 4 |
| Stimmungstief | Oft erst in Woche 2 | Am schwersten um Woche 3, danach langsam besser |
| Einsamkeit und Leere | Ab etwa Tag 5 | Oft bis etwa Woche 7, nach starkem Konsum bis etwa 3 Monate |
| Schlafprobleme | Oft schon in der ersten Nacht | Bei vielen bis etwa Woche 7, nach starkem Konsum bis 3 Monate |
| Intensive Träume | Meist um Tag 3 bis 5 | Mehrere Wochen, manchmal länger |
| Schwitzen | In den ersten Tagen, am stärksten um Tag 3 bis 5 | Ab Ende der ersten Woche weniger, nach 3 bis 4 Wochen meist vorbei |
| Wenig Appetit, Übelkeit | In den ersten Tagen | Ab Tag 6 oder 7 besser, nach starkem Konsum 2 bis 3 Wochen |
| Kopfschmerzen, Nebel im Kopf | In den ersten Tagen | Druck im Kopf vor allem in der ersten Woche, klarer bei vielen ab etwa Woche 4 |
| Herzklopfen, Anspannung | In den ersten Tagen | Mit der Unruhe nach 1 bis 2 Wochen deutlich leichter |
Wenn du lange, viel oder sehr starkes Gras geraucht hast, liegst du eher am oberen Ende dieser Zeiträume. Das heißt nicht, dass du es nicht schaffst. Dein Körper braucht nur mehr Zeit.
Nicht jedes Symptom kommt bei dir. Die meisten erleben eine Mischung aus einigen davon, der Rest bleibt aus. Konsumdauer, Menge, THC-Stärke, Schlaf, Stress und deine Ausgangslage spielen alle mit rein.
Suchtdruck ist für viele das Symptom, das am schnellsten gefährlich wird. Er meldet sich selten als „Ich will jetzt kiffen“. Er klingt vernünftig: „Heute war ein harter Tag.“ „Ohne Joint schlafe ich sowieso nicht.“ „Ich höre morgen richtig auf.“
Dass diese Sätze so überzeugend klingen, liegt daran, dass sie mit deiner eigenen Stimme kommen. Sie bieten dir das Kiffen als Lösung für schlechten Schlaf, Stress und Unruhe an, also für Beschwerden, die es ohne den langen Konsum gar nicht gäbe. Deshalb ist schon das innere Verhandeln oft die erste Stufe zum Rückfall.
Dahinter steckt dein altes Muster. Es will die schnellste Lösung zurück: Druck weg, Kopf aus, Ruhe rein. Wenn diese Verhandlung bei dir oft im Rückfall endet, lies auch Rückfall beim Kiffen aufhören: Was jetzt wirklich zählt.
Suchtdruck kommt in Wellen. Er baut sich auf, erreicht einen Höhepunkt und flacht von allein wieder ab.
So läuft Suchtdruck ab
In den ersten Tagen kommen diese Wellen oft mehrmals am Tag. Bis Woche 3 oder 4 bleiben sie bei vielen stark, danach werden sie seltener und kürzer. Wenn eine Welle kommt, diskutier nicht mit dem Gedanken. Verschieb jede Entscheidung um 20 Minuten, geh raus, trink ein Glas Wasser oder ruf jemanden an.
Du sitzt auf dem Sofa, aber dein Körper will weg. Du bist müde, aber nicht ruhig. Du willst abschalten, und genau das klappt plötzlich nicht mehr. So beschreiben viele die innere Unruhe in den ersten Tagen.
Cannabis hat das Runterfahren lange für dich erledigt: Deckel drauf, Abend überstehen. Jetzt muss dein Körper wieder selbst lernen, zur Ruhe zu kommen. Das fühlt sich kribbelig, angespannt oder getrieben an.
Am stärksten ist die Unruhe meist an Tag 2 bis 6, nach ein bis zwei Wochen wird sie deutlich leichter. Beweg dich am Tag, geh abends eine Runde spazieren und trink weniger Kaffee, solange du ohnehin unter Strom stehst.
Viele erschrecken, wie schnell sie im Entzug genervt sind. Eine Nachricht, ein falscher Ton oder eine ganz normale Frage reichen, und innerlich geht sofort die Sicherung hoch.
Cannabis hat Spannung lange gedämpft. Ohne THC kommt alles direkter bei dir an, und weil du gleichzeitig schlecht schläfst, hältst du weniger aus. Gereiztheit ist keine Ausrede, andere schlecht zu behandeln, aber auch kein Beweis, dass du ein aggressiver Mensch bist.
Sie beginnt oft schon in den ersten Tagen und kann bis Woche 3 oder 4 immer wieder hochkommen. Sag den Menschen um dich herum vorher, dass du gerade aufhörst. Dann nehmen sie einen gereizten Satz nicht gleich persönlich.
Angst im Entzug zeigt sich bei jedem anders. Manche spüren ein Ziehen im Bauch, andere kreisende Gedanken, Herzklopfen oder Druck auf der Brust. Oft kommt die Sorge dazu, dass mit dir irgendwas nicht stimmt.
Wenn du Cannabis gegen Angst oder Stress genommen hast, trifft es dich jetzt doppelt: Zum Entzug kommt das Gefühl zurück, das du lange weggedrückt hast. Dazu entsteht leicht ein Kreis, der die Angst größer macht.
Wie aus Herzklopfen Angst wird
Die Angst kommt meist in Wellen und kann bis Woche 3 oder 4 immer wieder auftauchen. Den Kreis unterbrichst du, wenn du nicht ständig nachprüfst. Atme lang aus, richte deinen Blick nach außen und gib der Welle ein paar Minuten.
Wenn du starke Panik bekommst oder das Gefühl hast, die Kontrolle zu verlieren, bleib damit nicht allein. Dann ist professionelle Hilfe genau der richtige Schritt. Wo du sie bekommst, steht weiter unten.
Nach dem Aufhören kann sich alles grau und sinnlos anfühlen. Dinge, die sonst irgendwie gingen, wirken plötzlich schwer. Du hast keine Lust, keine Energie und oft keinen klaren Grund, warum es dir schlecht geht.
Cannabis hat lange für schnelle Erleichterung gesorgt. Ohne diese künstlichen Hochs fühlt sich der Alltag erstmal flach an, bis dein Gehirn wieder lernt, kleine Freuden zu spüren. Bei vielen kommt das Tief erst in Woche 2, wenn der Körper schon ruhiger ist. Um Woche 3 ist es für viele am schwersten.
Ein vorübergehendes Tief gehört bei vielen zum Entzug, eine schwere Depression nicht. Wenn du schon vorher depressive Phasen hattest, wenn es sehr dunkel wird oder Gedanken auftauchen, dir etwas anzutun, hol dir sofort Unterstützung.
Dieses Symptom wird oft unterschätzt, weil man es nicht sieht wie nasse Haare nach einer verschwitzten Nacht. Für viele ist es trotzdem eines der schwersten. Vielleicht sind Menschen um dich herum, und innen fühlt es sich trotzdem an wie eine Lücke.
Cannabis hat diese Lücke lange überdeckt. Es hat Abende gefüllt und Langeweile leiser gemacht. Wenn du aufhörst, merkst du plötzlich, was eigentlich fehlt. Die Leere kommt oft ab etwa Tag 5, wenn der Körper ruhiger wird, und bleibt bei vielen bis etwa Woche 7.
Das kann sich paradox anfühlen: Du hörst auf, um dir etwas Gutes zu tun, und fühlst dich zum Dank vielleicht erst einmal fremd in deiner eigenen Haut. Mit deinem Charakter hat das nichts zu tun, und ein Zeichen von Versagen ist es auch nicht. Es ist eher der Preis dafür, dass du nach langer Zeit wieder ungefiltert spürst, was in dir los ist.
Das ist unangenehm, sagt dir aber auch etwas: Dein Leben braucht mehr Menschen und Dinge, die sich wieder echt anfühlen. Schreib jeden Abend einem Menschen kurz, wie dein Tag war. Das klingt klein, hilft aber gegen das Gefühl, mit allem allein zu sein.
Vor dem Schlaf haben viele am meisten Angst. Vielleicht war Cannabis jahrelang dein Einschlafknopf: kiffen, müde werden, wegdriften. Ohne diesen Knopf liegst du plötzlich wach und merkst erst, wie sehr dein Körper sich daran gewöhnt hatte.
Typisch sind Einschlafprobleme, häufiges Aufwachen und Nächte, nach denen du dich nicht erholt fühlst. Oft fängt das schon in der ersten Nacht an. Dein Schlaf ist nicht für immer kaputt, dein Körper muss das Einschlafen nur wieder selbst hinbekommen.
Das dauert länger als bei den meisten anderen Symptomen. Bei vielen wird der Schlaf bis etwa Woche 7 ruhiger, nach langem, starkem Konsum kann es bis zu 3 Monate dauern. Geh jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett und hol dir morgens zehn Minuten Tageslicht.
Und mach dir keinen Druck. Oft wird die Angst vor der nächsten schlechten Nacht zum größeren Problem als die Nacht selbst.
Viele wundern sich nach dem Aufhören, wie heftig sie auf einmal träumen. Manchmal sind es wilde, absurde Träume, manchmal echte Albträume. Manchmal wirkt alles so echt, dass du morgens erstmal sortieren musst, was wirklich passiert ist.
THC hat den Traumschlaf lange gedrückt. Jetzt holt dein Gehirn ihn nach. Die Träume beginnen meist um Tag 3 bis 5 und bleiben mehrere Wochen, manchmal länger. Das nervt, ist meistens aber ein Zeichen, dass dein Schlaf in seinen natürlichen Rhythmus zurückfindet.
Wenn dich Träume stark belasten oder alte Themen hochkommen, nimm das ernst. Werte sie aber nicht sofort als schlechtes Zeichen. Dein Kopf arbeitet wieder.

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Schwitzen überrascht viele am meisten. Manche wachen nachts komplett nass auf. Andere haben am Tag schwitzige Hände, einen feuchten Rücken oder das Gefühl, ständig überhitzt zu sein.
Dein Körper stellt Temperatur und Stressreaktion neu ein und läuft ohne das dämpfende THC erstmal auf Hochtouren. Am stärksten ist das Schwitzen meist um Tag 3 bis 5. Ab Ende der ersten Woche wird es weniger, nach drei bis vier Wochen ist es meist vorbei.
Trink genug, gern mit etwas Salz, und leg ein frisches Shirt neben das Bett. Weniger Kaffee und kein Alkohol helfen zusätzlich. Mehr dazu liest du im Beitrag Deshalb schwitzt du während des Cannabis-Entzugs. Kommen Fieber, Brustschmerz oder Ohnmacht dazu, lass das ärztlich abklären.
Viele kennen Cannabis als Appetitmacher. Fällt es weg, kann der Hunger erstmal ganz verschwinden. Vielleicht bekommst du morgens nichts runter, dir wird schnell schlecht oder dein Magen fühlt sich eng an. Wer deutlich weniger isst, nimmt in den ersten Wochen manchmal auch ab.
Dass der Magen ausgerechnet jetzt streikt, obwohl dein Körper gerade Energie bräuchte, hat einen Grund. Im Darm sitzt ein eigenes großes Nervensystem, und auch das muss sich ohne THC neu einstellen. Solange dein Körper im Alarmzustand läuft, schaltet er die Verdauung zusätzlich auf Sparflamme, deshalb ist Essen oft das Letzte, woran du denken magst.
Meist wird es ab Tag 6 oder 7 besser, nach starkem Konsum kann es zwei bis drei Wochen dauern. Bis dahin braucht dein Körper trotzdem Energie und Flüssigkeit. Kleine, einfache Mahlzeiten sind besser als gar nichts: Suppe, Bananen, Haferflocken, Reis, Eier, Joghurt oder Kartoffeln.
Wenn du gar nichts bei dir behältst, stark abnimmst oder die Beschwerden lange anhalten, lass es ärztlich abklären.
Manche bekommen Kopfschmerzen. Andere spüren Druck im Kopf, schwere Augen oder können sich kaum konzentrieren. Viele beschreiben einen Nebel im Kopf, oft Brain Fog genannt: Der Kopf fährt einfach nicht richtig hoch.
Dahinter stecken meist mehrere Dinge zugleich: schlechter Schlaf, wenig Essen, zu wenig Trinken und die Umstellung im Gehirn. Der Druck im Kopf ist meist in der ersten Woche am stärksten. Trink über den Tag verteilt Wasser und iss regelmäßig, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.
Der Nebel frustriert besonders, weil du nach dem Aufhören eigentlich sofort klarer sein willst. Klarer wird es trotzdem, nur nicht sofort. Die Andockstellen für THC im Gehirn brauchen etwa vier Wochen, bis sie wieder normal arbeiten. Das hat eine Studie mit Hirnscans gezeigt. Viele merken genau um diese Zeit, dass ihr Kopf klarer wird.
Ein schneller Puls oder Herzklopfen macht vielen sofort Angst. Das ist verständlich: Wenn das Herz lauter wird, hört man schwer weg. Dazu kommen oft feste Schultern, ein verspannter Kiefer oder ein Körper, der einfach nicht locker wird.
Meist hängt das mit Anspannung, Angst, Schlafmangel oder zu viel Kaffee zusammen, also mit dem Kreis aus Punkt 4. Zusammen mit der Unruhe wird es bei den meisten nach ein bis zwei Wochen deutlich leichter. Was hilft, ist das Gegenteil von Kontrolle: nicht ständig den Puls messen, lang ausatmen, weniger Reize.
Bei Brustschmerz, Atemnot, Ohnmacht oder starker Schwäche gilt etwas anderes. Dann lass dich sofort ärztlich untersuchen. Bei Herzthemen ist Vorsicht besser als Durchhalten.
Die Symptome kommen und gehen zu verschiedenen Zeiten. Zusammen ergeben sie einen Verlauf, den wir in drei Phasen einteilen. In jeder Phase steht etwas anderes im Vordergrund.
So verläuft der Cannabis-Entzug
Für Rückfälle ist die Resilienz-Phase oft die gefährlichste Zeit. Der Körper wird ruhiger, du fühlst dich sicherer, und genau dann kommt der Gedanke, dass einmal doch harmlos wäre. Deshalb fühlt sich Woche 2 für viele schlimmer an als Woche 1.
Mit einem klaren Plan wird es bei vielen innerhalb von etwa 7 Wochen stabil. Nach langem, starkem Konsum kann es bis etwa 3 Monate dauern. Ein schwerer Tag in Woche 5 heißt nicht, dass du wieder bei null bist.
Die 12 Punkte oben sind die häufigsten, aber nicht die einzigen. Manche berichten auch von Zittern in den Händen, Frösteln, Bauchschmerzen, Schwindel, Muskelzucken, Müdigkeit am Tag, weniger Lust auf Sex oder einem erhöhten Blutdruck in den ersten Tagen.
Diese Liste ist keine Vorhersage, sie soll dich vorbereiten. Wenn etwas auftaucht, weißt du: Dein Körper stellt sich gerade um. Wirkt etwas stark, ungewöhnlich oder bedrohlich, hol dir Hilfe, statt allein herumzuraten.
Den einen Trick, der alles wegmacht, gibt es nicht. Dein Körper muss durch die Umstellung durch. Deine Aufgabe ist nicht, jedes Symptom sofort loszuwerden, sondern nicht zur alten Lösung zurückzugehen.
Dagegen helfen weder Alkohol noch mehr Nikotin als Ersatz, Detox-Tees oder harter Sport ab dem ersten Tag. Mehr praktische Ideen findest du in den 15 Tipps für den Cannabis-Entzug.
Die meisten Entzugserscheinungen sind unangenehm, aber nicht gefährlich. Hol dir trotzdem sofort Hilfe, wenn starke Panik, Gedanken an Selbstmord, Wahnvorstellungen oder eine schwere Depression dazukommen. Das gilt auch, wenn zusätzlich Alkohol, Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine, Opioide oder andere Drogen im Spiel sind.
Bei Brustschmerz, Atemnot, Ohnmacht, starkem Herzrasen oder hohem Fieber lass dich ärztlich untersuchen. Im Notfall rufst du die 112. Wenn du mit jemandem reden musst, erreichst du die Telefonseelsorge rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111.
Sich Hilfe zu holen ist kein Scheitern. Manchmal ist es genau der richtige nächste Schritt.
Entzugserscheinungen durch Cannabis können sich heftig anfühlen, vor allem wenn du nicht damit gerechnet hast. Unruhe, Nachtschweiß, Gereiztheit, schlechte Nächte und Leere zeigen dir, dass dein Körper gerade wieder lernt, ohne Cannabis klarzukommen.
Wenn du verstehst, was passiert, bist du dem alten Gedanken nicht mehr so ausgeliefert. Dann ist ein schlechter Abend kein Grund mehr zu kiffen. Er ist eine Welle, und sie geht vorbei.
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Die meisten Symptome beginnen innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum. Manche merken schon am ersten Abend Unruhe oder schlechten Schlaf. Am stärksten sind die körperlichen Beschwerden meist an Tag 2 bis 6.
Körperliche Symptome wie Schwitzen, Unruhe und wenig Appetit werden meist nach ein bis zwei Wochen deutlich leichter. Gefühle, Suchtdruck und Schlaf brauchen länger. Bei vielen ist es nach etwa 7 Wochen stabil, nach langem, starkem Konsum kann es bis etwa 3 Monate dauern.
Sehr häufig sind Schlafprobleme, Gereiztheit, innere Unruhe, Angst, wenig Appetit, Stimmungstief und Suchtdruck. Welche davon bei dir im Vordergrund stehen, hängt davon ab, wie viel und wie lange du gekifft hast und wofür Cannabis in deinem Alltag stand.
Nein. Von denen, die regelmäßig kiffen, bekommt etwa jeder Zweite beim Aufhören ein Entzugssyndrom. Wer jeden Tag und viel kifft, trifft es häufiger. Deutliche Entzugssymptome sind eines von mehreren Merkmalen einer Abhängigkeit, allein reichen sie für diese Diagnose aber nicht.
Er ist anstrengend, aber für die meisten nicht gefährlich, und die meisten schaffen ihn zu Hause. Hol dir Hilfe bei Gedanken an Selbstmord, Wahnvorstellungen, starker Panik, ernsten körperlichen Beschwerden oder wenn du zusätzlich Alkohol, Beruhigungsmittel oder andere Drogen nimmst.
Die meisten schaffen es besser mit einem klaren Schnitt. Ein fester letzter Tag nimmt dem Kopf die tägliche Verhandlung. Reduzieren kann klappen, zieht den inneren Kampf aber oft über Wochen, ohne dass er richtig vorbeigeht.
Manche nutzen CBD gegen Unruhe und für den Schlaf. Es macht nicht high, wirkt aber bei jedem anders und ersetzt keinen Plan. Achte auf seriöse Produkte und darauf, dass daraus kein neues Ritual wird.
Hör sofort wieder auf. Ein Rückfall löscht die Tage davor nicht aus. Gefährlich wird es erst, wenn du aus Scham weitermachst. Schau dir an, was der Auslöser war, und setz beim nächsten Mal genau dort an.

Über den Autor
Ben C. · Texter im AZK-Team
Ben C. hat sechs Jahre konsumiert. Er hat in einer Entzugsklinik gearbeitet und dort auch seinen eigenen Entzug gemacht. Dadurch kennt er Cannabis-Entzug aus eigener Erfahrung und aus dem Klinikalltag.
Mehr über das AZK-Team →
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