
Cannabis gilt für viele Menschen als vergleichsweise harmlose Droge. Was jedoch oft vergessen wird: Das größte Risiko beim Konsum kommt häufig gar nicht von der Pflanze selbst, sondern von den Streckmitteln.
In Deutschland werden immer wieder Cannabisblüten gefunden, die mit verschiedensten Substanzen behandelt wurden. Manche sollen das Gewicht erhöhen, andere sollen die Wirkung verstärken oder das Aussehen verbessern.
Das Problem dabei: Viele dieser Stoffe sind extrem gesundheitsschädlich.
In diesem Artikel erfährst du:
welche Streckmittel im Cannabis am häufigsten vorkommen
welche gesundheitlichen Risiken sie haben
wie du gestrecktes Gras erkennen kannst
Wenn du dich grundsätzlich fragst, welche Folgen Cannabis langfristig haben kann, lies auch den Beitrag –Die 12 häufigsten Entzugserscheinungen durch Cannabis.
Streckmittel sind Substanzen, die absichtlich zu Cannabis hinzugefügt werden, um das Gewicht oder den Verkaufspreis zu erhöhen.
Das bedeutet in den meisten Fällen:
Je schwerer das Gras ist, desto mehr Geld kann der Verkäufer verdienen.
Diese Zusätze können an verschiedenen Stellen in der Lieferkette entstehen:
beim Anbau
beim Transport
beim Großhandel
oder beim Weiterverkauf
Das Problem ist, dass viele dieser Stoffe nicht für das Einatmen gedacht sind. Beim Rauchen gelangen sie direkt in die Lunge und können dort erhebliche Schäden verursachen.
Leider merkt man häufig erst beim Konsum, dass etwas nicht stimmt.
Im Laufe der letzten Jahre wurden immer wieder unterschiedliche Streckmittel im Cannabis nachgewiesen. Manche kommen nur selten vor, andere tauchen immer wieder auf.
Hier sind einige der bekanntesten.
Synthetische Cannabinoide gehören zu den gefährlichsten Streckmitteln überhaupt.
Dabei handelt es sich um chemisch hergestellte Substanzen, die ähnlich wie THC wirken, jedoch oft deutlich stärker sind.
Diese Flüssigkeiten werden häufig auf minderwertige Cannabisblüten gesprüht. Dadurch entsteht eine starke Wirkung, obwohl das eigentliche Gras kaum THC enthält.
Mögliche Folgen sind:
In vielen Fällen reagieren Konsumenten deutlich stärker als erwartet auf diese Substanzen.
Brix ist ein Streckmittel, das aus synthetischen Polymeren besteht. Es wird auf Cannabisblüten gesprüht und macht sie schwerer und klebriger.
Typische Anzeichen sind:
Beim Rauchen können giftige Dämpfe entstehen, die die Atemwege stark reizen.
Phenacetin ist ein synthetisches Schmerzmittel, das früher häufiger als Streckmittel eingesetzt wurde.
Es kann schwere gesundheitliche Folgen haben:
Aus diesen Gründen ist der Stoff in vielen Ländern inzwischen verboten.
Pestizide werden eigentlich beim Anbau verwendet, um Pflanzen vor Schädlingen zu schützen.
Wenn sie jedoch auf den Blüten verbleiben und mitgeraucht werden, können sie ebenfalls gesundheitsschädlich sein.
Mögliche Folgen:
Manchmal wird Cannabis absichtlich mit Sand beschwert. Teilweise gelangt Sand auch unbeabsichtigt durch die Ernte auf die Blüten.
Beim Rauchen kann man das häufig erkennen:
Sand kann langfristig die Lunge schädigen und Entzündungen verursachen.
Zucker wird manchmal auf Cannabisblüten gesprüht, damit sie schwerer werden und glänzen.
Typische Anzeichen:
Beim Verbrennen entstehen Stoffe, die als krebserregend gelten können.
Schimmel entsteht häufig durch falsche Lagerung oder feuchte Bedingungen.
Schimmelsporen können beim Einatmen erhebliche Probleme verursachen:
Schimmel sollte grundsätzlich niemals konsumiert werden.
In seltenen Fällen wird Cannabis auch mit Haarspray besprüht, um die Blüten optisch aufzuwerten.
Anzeichen können sein:
Beim Verbrennen entstehen zahlreiche giftige Stoffe, die die Atemwege massiv reizen können.
Talkum ist ein Mineralpulver, das manchmal verwendet wird, um Cannabis harziger aussehen zu lassen.
Beim Einatmen kann es sich in der Lunge ablagern und langfristig schwere Lungenerkrankungen verursachen.
Eine besonders gefährliche Methode ist das Strecken mit feinen Glaspartikeln.
Beim Rauchen können diese Partikel zerbrechen und Mikroverletzungen in den Atemwegen verursachen.
Langfristig kann dies zu schweren Lungenschäden führen.
Es gibt einige Hinweise, die auf gestrecktes Cannabis hindeuten können.
Achte besonders auf:
Wenn dir etwas merkwürdig vorkommt, solltest du das Cannabis nicht konsumieren.
Je nach Substanz können sehr unterschiedliche gesundheitliche Probleme auftreten.
Häufige Folgen sind:
Besonders problematisch ist, dass Konsumenten oft nicht wissen, welche Stoffe tatsächlich enthalten sind.
Viele Menschen betrachten Cannabis als relativ harmlose Droge. Doch Streckmittel verändern dieses Bild deutlich.
Die Kombination aus unbekannten Substanzen und dem direkten Einatmen kann erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen.
Gerade deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen bewusst dafür, ganz mit dem Kiffen aufzuhören.
Wenn du darüber nachdenkst, findest du hier einen guten Einstieg:
Kiffen aufhören: 7 Dinge, die wirklich passieren.