
Weißt du auch schon seit Jahren, dass dir das tägliche Kiffen nicht guttut und trotzdem schaffst du den Absprung einfach nicht? Dann geht es dir wie vielen Menschen, die in diesem Teufelskreis feststecken. Warum schafft man es aber nicht einfach, mit dem Kiffen aufzuhören?
Genau dieser Frage sind wir jetzt auf den Grund gegangen. Wenn man genau darüber nachdenkt, ist es paradox. Man weiß, dass einen das Kiffen negativ beeinflusst und trotzdem kiffen viele Menschen noch Jahre oder sogar Jahrzehnte lang weiter.
Cannabis entfernt viele Menschen Jahr für Jahr immer weiter von einem erfüllten Leben und trotzdem hört man einfach nicht damit auf. Viele versuchen sogar, diese negative Erkenntnis zu verdrängen und konsumieren noch mehr, ohne Hoffnung auf Besserung.
Um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, haben wir versucht, uns an die Zeit vor dem Cannabis-Entzug zu erinnern und konnten einige Gründe ausmachen. Mit Hilfe unserer Community konnten wir die 10 wichtigsten Gründe herausarbeiten, die dich davon abhalten, endlich mit dem Kiffen aufzuhören.
An erster Stelle steht natürlich die Sucht. Cannabis macht nicht süchtig? Da müssen wir dich leider enttäuschen. Der Mythos, dass Cannabis nur eine Pflanze ist, die eigentlich nur Vorteile wie Entspannung, bessere Stressbewältigung und mehr Kreativität mit sich bringt, ist einfach falsch.
Cannabis kann diese Vorteile bei einigen Menschen hervorrufen, das gilt aber definitiv nicht für jeden Kiffer. Cannabis kann auch genau das Gegenteil auslösen und viele Bereiche verschlechtern. Ausschlaggebend sind neben der eigenen Psyche vor allem die Häufigkeit des Konsums, die Qualität und die Zeitspanne. Wenn du einmal im Monat kiffst, hat es einen ganz anderen Effekt, als wenn du täglich konsumierst.
Aber zurück zur eigentlichen Erklärung. Beim täglichen Konsum ersetzt der Wirkstoff THC sehr schnell das körpereigene Cannabinoid Anandamid. Anandamid regelt normalerweise viele Funktionen wie Laune, Appetit, Schlaf und viele weitere. THC übernimmt nach kurzer Zeit des täglichen Konsums aber diese Regelungen. Sobald der Körper keinen Nachschub bekommt, entstehen automatisch Entzugserscheinungen und wichtige Funktionen geraten in eine Dysbalance. Das macht es für die meisten Dauerkiffer schwer, einfach so mit dem Kiffen aufzuhören.
Wenn du besser verstehen willst, was dabei im Körper passiert, lies auch Die 12 häufigsten Entzugserscheinungen durch Cannabis.
Ein weiterer Grund, nicht von der Sucht loszukommen, ist die momentane Lebenssituation. Solltest du mit deinem Leben nicht zufrieden sein, ist die Flucht aus der Realität durch das Kiffen der einfachste Weg.
In dieser Situation ist das tägliche Kiffen das Schlimmste, was du machen kannst. So wirst du dich nie aus deiner momentanen Situation befreien können. Im Gegenteil: In der Regel wird es mit der Zeit unerträglicher und der permanente Wunsch, sich in einen anderen Gefühlszustand zu begeben, wird immer größer.
Aus dieser Situation kommt man nur noch sehr schwer wieder raus. In den meisten Fällen muss erst etwas Dramatisches passieren, damit man die Disziplin aufbringt, die momentane Situation drastisch zu verändern. Deswegen solltest du stetig an den wichtigsten Bereichen deines Lebens arbeiten.
Viele Kiffer und auch wir kennen es nur zu gut. Wer täglich kifft, ist emotional oft wie betäubt. Man freut sich kaum noch über Erfreuliches oder fühlt sich schlecht, wenn etwas Negatives passiert. Es stellt sich eine gewisse Gleichgültigkeit ein. Betäubt ist ein guter Begriff dafür.
Es hat natürlich erstmal etwas Positives, negative Gefühle ausschalten zu können. Leider empfindet man aber oft auch keine positiven Gefühle mehr. Das ist doch aber das, was das Leben ausmacht. Gefühle und Emotionen machen ein Leben erst lebenswert.
Warum ist das jetzt aber ein Grund, es nicht zu schaffen, mit dem Kiffen aufzuhören? Ganz einfach: Emotionen können sich anstauen. All das, was du in deiner Zeit als Kiffer nicht zugelassen hast, will während des Cannabis-Entzugs raus und empfunden werden. Das kann von leichten Emotionen bis hin zu starken Gefühlsausbrüchen führen.
Das überfordert viele Langzeitkiffer natürlich und ist einer der Gründe, warum man schnell zurück in seine Komfortzone will und wieder mit dem Kiffen anfängt. Wenn du es aber schaffst, diese Phase zu überstehen und es einfach zulässt, wächst du daran und schaffst es auch, mit dem Kiffen langfristig aufzuhören.
„Was mache ich nur, wenn ich abends nach Hause komme? Das wird doch total langweilig und mir fehlt die Belohnung für einen anstrengenden, langen Tag.“ Das ist auch ein Grund, warum es viele nicht schaffen, mit dem Kiffen aufzuhören.
Im ersten Moment macht das natürlich alles Sinn. Man bringt sich in einen anderen Bewusstseinszustand, schaltet ab und vergisst die Welt um sich herum. Was kann dieses Gefühl ersetzen? Um ehrlich zu sein, in der ersten Zeit nicht viel. Es gibt ein paar Möglichkeiten, aber keine wird das Gefühl von Gras komplett ersetzen können.
Das klingt immer so dramatisch und man malt sich aus, dass das Leben kein Spaß mehr macht. Das bildet man sich aber oft nur ein. Ein Beispiel: Vor dem Entzug wirst du vielleicht sagen, dass ein Film nicht halb so gut ist, wenn man nicht high ist. Das dachte ich auch immer, aber das stimmt nicht. Im Gegenteil. Nach einer Zeit konnte ich der Handlung bekifft teilweise gar nicht mehr richtig folgen. Ich hatte vergessen, was vor drei Minuten passiert ist.
Jetzt ist das anders. Ich bin vollkommen fokussiert und kann auch ohne Gras 90 Minuten komplett abschalten. In den ersten Monaten als Kiffer war das Highsein vielleicht mal spannend, danach aber irgendwann nicht mehr. Ich habe es mir die ganzen Jahre nur eingeredet. Wenn man ehrlich darüber nachdenkt, trifft das auf viele Situationen zu.
Denk also daran, dass die gleichen Dinge nach einer gewissen Zeit genauso erfüllend oder sogar noch besser sein können als bekifft. Genauso kommt auch die Vorfreude auf kleine Dinge wieder zurück.
Einer der Gründe, warum wir den Cannabis-Entzug lange vor uns hergeschoben haben, war die Angst vor dem Ungewissen. Wenn du so lange gekifft hast, entwickeln sich natürlich Gewohnheiten und Routinen, die schlagartig nicht mehr da sind. Ob es die abendliche Routine oder sogar der komplette Lifestyle ist, dein Leben wird sich verändern.
Wir malen uns gerne die negativen Auswirkungen aus und konzentrieren uns darauf, was wir verlieren. Dabei vergessen wir völlig, was wir durch die Veränderung alles gewinnen können. Es gibt nämlich unzählige Gründe, auf die du dich freuen kannst.
Das Ganze spielt sich nur in deinem Kopf ab. Wie du die Angst umdrehen und zu etwas Positivem machen kannst, erklären wir dir hier: 3 Methoden gegen die Angst vor dem Cannabis-Entzug.
Wir verstehen die Angst vor dem Ungewissen nur zu gut und es ist leichter gesagt als getan. Wenn du aber den Schritt aus der Komfortzone wagst, kannst du am Ende nur gewinnen. Anders gesagt: Es ist auch die einzige echte Alternative zu deiner jetzigen Situation. Nimm den Mut zusammen und wage es einfach. Hunderte vor dir haben diesen Schritt schon gewagt und wurden belohnt. Dann schaffst du das auch.
Es ist so einfach, sich einen Joint zu drehen und fünf Minuten später alles um sich herum als unwichtig zu empfinden. Wenn du aber länger darüber nachdenkst, ist das eigentlich gar nicht so erstrebenswert. Du bist für einen Moment zufrieden, obwohl du es in Wahrheit nicht bist.
Das Leben besteht nicht nur aus guten Zeiten und bekifften Zeiten, in denen du dann halbwegs zufrieden bist. Das Leben steht immer im Gleichgewicht.
So ist es auch in deinem Leben. Wir können nicht nur zufrieden sein. Es gibt Phasen im Leben, die nicht schön sind, und dann auch wieder Phasen, die positiv sind. Alles sollte sich im Gleichgewicht halten.
Daher versuch Tage, an denen es nicht so gut läuft, einfach zuzulassen, zu akzeptieren und deinen Fokus auf den nächsten Tag zu legen. Nachdem ich aufgehört habe, musste ich auch mit negativen Momenten klarkommen und mir wurde bewusst, dass es eben nur Phasen sind.
Lass sie zu, hör in dich hinein und versuche sie aktiv zu verändern. Wenn du es nicht kannst, dann ist das erstmal so. Zu versuchen, alles zu unterdrücken oder mit Cannabis zu betäuben, ist auf lange Sicht keine Lösung. Du wirst dich in einem Teufelskreis wiederfinden, der dich irgendwann komplett auffrisst.
Eine der häufigsten Entzugserscheinungen nach dem letzten Joint sind Schlafprobleme. Bevor wir aber genauer darauf eingehen, müssen wir eins festhalten: Schlafprobleme gehören zwar zu den bekanntesten Entzugserscheinungen, aber nicht jeder Kiffer ist automatisch davon betroffen.
Wir haben es mittlerweile oft erlebt, dass es Ausnahmen gibt. Von zwei Tagen bis zu mehreren Wochen ist alles möglich. Wichtig ist, wie sehr du dich damit beschäftigst und wie stark du deinen Fokus darauf legst. Wenn die Angst riesig ist, die nächsten Tage oder Wochen nicht schlafen zu können, dann wird das auch meistens ein riesiges Thema werden.
Natürlich ist das nicht das Einzige, was du beachten solltest. Noch wichtiger ist ein geregelter Schlafrhythmus und dass du auf einen Mittagsschlaf verzichtest. Wenn du in der ersten Nacht schlecht schläfst und mittags komplett müde bist, dann musst du kämpfen.
Legst du dich tagsüber trotzdem eine Stunde hin, wird es abends meistens noch schwerer einzuschlafen und Kraft für den nächsten Tag zu tanken. Wenn du gar keinen Ausweg siehst, kannst du auch kurzfristig auf Hilfsmittel zurückgreifen. Dazu passt auch Cannabis-Entzug – stark durch die Nacht mit Baldrian.
Ein anderer Grund, warum du es nicht schaffst, mit dem Kiffen aufzuhören, ist die eigene Komfortzone. Wir haben die Komfortzone ja schon einige Male angesprochen. Jemand, der im Leben immer den einfachsten Weg gegangen ist, wird es schwer haben, mit dem Kiffen aufzuhören. Dazu gehört nämlich eine Portion Mut, die man aufbringen muss.
Wenn du schon viele schwierige Veränderungen erlebt hast, wird dir der Start einfacher fallen. Ausschlaggebend ist auch der Ausgang dieser Veränderungen. Nimmst du dir immer viel vor und kommst nie in die Umsetzung oder brichst nach kurzer Zeit wieder ab, dann manifestiert sich genau dieses Muster.
Wenn du aber deine Vorhaben schon öfter durchgezogen hast und dafür belohnt wurdest, dann wird es dir leichter fallen, deine eigene Komfortzone zu verlassen und loszulegen. Natürlich ist nicht jede Veränderung automatisch von Erfolg gekrönt und manches kann auch mal schiefgehen. Aber überhaupt den Mut aufzubringen, etwas zu verändern, spricht schon für deinen Willen.
Wenn du also gerade keine Möglichkeit siehst, aus deiner Komfortzone auszubrechen, dann fang mit kleinen Schritten an. Setz dir ein kleines Ziel und gib alles dafür. Du wirst sehen, wie gut sich das anfühlt. So baust du deinen Optimismus für größere Aufgaben auf.
Du bist die Summe der Menschen, mit denen du dich am meisten abgibst. Dieser Spruch ist weit verbreitet und stimmt in vielen Fällen auch. Wie hoch ist also die Wahrscheinlichkeit, wenn deine besten Freunde weiterkiffen und du als Einziger damit aufhören willst?
Leider nicht besonders hoch.
Da wir seit Jahren aktiv sind und uns mit tausenden Menschen darüber unterhalten haben, können wir eins sagen: Es ist unglaublich schwer und nur die wenigsten schaffen es unter solchen Bedingungen.
Speziell in der Anfangszeit des Cannabis-Entzugs und auch in den Monaten danach werden immer wieder Verlockungen auf dich warten. Geburtstage und andere besondere Tage sind klassische Risikotage. Angefangen bei „Einmal abschalten nach fünf Wochen ist doch nicht so schlimm“ bis hin zu „Ich hab kein Verlangen, aber heute gönne ich mir mal einen.“
Das war bei vielen der Anfang vom Rückfall. Am nächsten Tag denkt man dann: Heute noch einmal und dann geht’s wieder los. Wir haben das unzählige Male erlebt. Daher kann ich dir nur raten: Versuch dich in den ersten Wochen und Monaten davon fernzuhalten.
Dein Umfeld und die Menschen, mit denen du ab Tag eins Zeit verbringst, sind unglaublich wichtig. Wenn deine Freunde dich unterstützen und in deiner Gegenwart nicht kiffen, dann kann es funktionieren.
Wenn du es aber immer wieder siehst und gerade in der Anfangszeit ständig damit konfrontiert wirst, stehen die Chancen eher schlecht, clean zu bleiben. Du musst den Kontakt ja nicht für immer abbrechen, aber nimm dir eine bewusste Auszeit. Wenn es echte Freunde sind, werden sie das verstehen.
Wenn du dieses Thema tiefer angehen willst, lies auch – Den Rückfall vermeiden und clean bleiben.
Der Klassiker unter den 10 Gründen ist, sich selbst zu belügen. Natürlich gibt es Phasen, in denen dich das Kiffen mal weniger und mal mehr beeinträchtigt. Wenn du aber schon vor Jahren zu der Erkenntnis gekommen bist, dass dir tägliches Kiffen grundsätzlich nicht guttut, dann hör auf, dich selbst zu belügen.
Im Grunde ist es nur eine Ausrede, nichts gegen deine jetzige Situation zu unternehmen.
Diesen Satz hören wir auch immer wieder von denjenigen, die an Tag zwei oder drei angekommen sind. Natürlich fühlt man sich da noch nicht genauso wie vor dem ersten Tag des Cannabis-Entzugs. Aber in diesem Fall muss es eben oft erst schlechter werden, bevor es besser wird.
Das Problem ist auch, dass die meisten überhaupt nicht mehr wissen, wie es sich anfühlt, wirklich clean zu sein. Nach Jahren des täglichen Konsums bleibt nur noch eine blasse Erinnerung. Daher lass die Ausreden los und entscheide dich für den einzigen Weg, der dich wirklich weiterbringt.
Wenn du es nicht schaffst, mit dem Kiffen aufzuhören, dann liegt das nicht daran, dass mit dir etwas grundsätzlich nicht stimmt. In den meisten Fällen sind es mehrere Faktoren gleichzeitig: Sucht, Angst, Gewohnheiten, emotionale Betäubung, das Umfeld und die eigene Lebenssituation.
Genau deshalb bringt es auch nichts, dich ständig fertigzumachen. Viel sinnvoller ist es, ehrlich hinzuschauen und zu verstehen, welcher dieser Gründe bei dir gerade am stärksten wirkt. Denn genau