Die Wahrheit über
Cannabis und die Psychose

Wenn Kiffen eine Psychose auslöst

„Wenn du regelmäßig Cannabis konsumierst, dann bekommst du irgendwann eine Cannabis-Psychose.“ Diese Aussage ist mittlerweile weit verbreitet und hat uns dazu bewegt, dem Vorurteil auf den Grund zu gehen. In diesen Beitrag erklären wir dir, ob du vom Kiffen wirklich eine Psychose bekommen kannst, wer an einer Psychose erkranken kann und was du machen kannst, wenn eine Psychose bei dir ausbricht.

Kann man durch Cannabis eine Psychose bekommen?

Es gibt keine Studie, die belegen kann, dass Cannabis an sich eine Psychose verursacht. Kiffen kann lediglich dabei helfen, eine bereits vorhandene Psychose zum Ausbruch zu bringen. Cannabis – oder eher gesagt THC – gilt als psychotrope Substanz, die auf den Neurotransmitter-Stoffwechsel des Menschen einwirkt. Dieser Vorgang erhöht laut Studien lediglich das Risiko um 30 %. Cannabis ist nur einer von vielen Faktoren, die zum Auftreten der Krankheit führen können. 

Was genau ist eine Psychose eigentlich?

‚Psychose‘ ist eigentlich nur der Überbegriff für eine schwere psychische Störung. Kurz gesagt, verliert die betroffene Person bei einer Psychose den Bezug zur Realität.

Dabei tritt ein verändertes Ich-Gefühl auf und die Umwelt und andere Menschen können zusätzlich verändert wahrgenommen werden.

Zudem kann der Eindruck entstehen, dass die eigenen Gedanken nicht kontrollierbar sind oder sogar von außen gesteuert werden. Der eigene Körper fühlt sich dann einfach fremd an.

Der Ausbruch einer Psychose findet meistens im jungen Alter statt. Es können natürlich alle Altersgruppen davon betroffen sein, aber in der Regel sind es Mensch im Alter von 10 bis 35 Jahren. Das Risiko zu erkranken steigt ab der Pubertät.

Auslöser für eine Cannabis-Erkrankung

Was ist eine Cannabis-Psychose?

Bei einer Cannabis-Psychose handelt es sich um eine Sonderform der Psychose, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie durch den Konsum von Cannabis ausgelöst wird. Allgemein gibt es aus medizinischer Sicht drei verschiedene Arten von Psychosen:

Organische Psychosen umfassen beispielsweise Psychosen, die durch organische Erkrankungen wie Demenz oder einen Hirntumor verursacht werden. Nichtorganische Psychosen umfassen Schizophrenie, Paranoia oder bipolare Störungen.

Demgegenüber werden substanzinduzierte Psychosen, wie beispielsweise Cannabis-Psychosen, offenbar durch den Konsum entsprechender psychoaktiver Substanzen (THC) ausgelöst. Neben dem Konsum von Marihuana und Haschisch kann auch ein erhöhter Konsum von Alkohol, Amphetaminen oder Kokain zur Entstehung einer substanzinduzierten Psychose führen.

Welche Faktoren können eine Psychose ebenfalls auslösen?

Eigentlich kann man sagen, dass alles, was dich über einen längeren Zeitraum an dein Limit bringt, ein Grund sein kann, eine Psychose zu entwickeln.

Wir sind alle nur Mensch und können bestimmte Situationen nur bis zu einem bestimmten Punkt aushalten. Wichtig ist es zudem zu bedenken, dass wir alle unterschiedliche Limits haben und wir niemanden verurteilen sollten.

Für den einen ist eine Situation locker wegzustecken und ein anderer ist mit der identischen Situation vollkommen überfordert. Weitere Faktoren können sein:

Faktoren Cannabis-Psychose

Symptome einer Cannabis-Psychose

Es gibt bestimmte Anfangssymptome, die schon Jahre zuvor ganz langsam und schleichend auftreten. 

Dann gibt es Symptome, die erst später auftreten. Ab diesem Zeitpunkt ist Vorsicht geboten.

Formen einer Cannabis-Psychose

Menschen mit Schizophrenie oder substanzinduzierter Psychose können während einer psychotischen Phase eine Vielzahl von Formen erfahren. Diese können sich als leichte Beeinträchtigungen äußern, die schnell wieder abheilen, oder die Lebensqualität der Betroffenen langfristig stark einschränken. Akute Psychosen können so negativ erlebt werden, dass Patienten dazu neigen, sich selbst zu verletzen und Tendenzen zu Suizidversuchen entwickeln. Typische psychotische Formen sind:

Symptome Cannabis-Psychose

Die oben beschriebenen Formen müssen nicht zwangsläufig direkt nach dem Kiffen eintreten. Es ist aber nicht selten, dass ein Rausch richtig unangenehm wird und psychotische Symptome auftreten.

Mache haben zum Beispiel eine Art Sinnestäuschung, wo z.B. Blitzlichter wahrgenommen werden. Andere hören Stimmen in ihrem Kopf und wieder andere empfinden starke Angst und Panik. Bei einer akuten Psychose klingen die Symptome in den meisten Fällen wieder ab, sobald die Wirkung nachlässt.

Leider kann aber auch durch den Rausch eine dauerhafte psychotische Erkrankung ausgelöst werden. Die gesundheitlichen Folgen treten in der Regel aber erst nach längerem Konsum von Cannabis auf. Wichtig zu wissen ist auch, dass nicht jeder Kiffer dieselben Formen einer Psychose aufweist. 

Warum kann eine Psychose durch Cannabis ausgelöst werden?

Die Krankheitsentstehung konnte bis jetzt noch nicht eindeutig geklärt werden. Die entscheidende Rolle bei einer Psychose durch Cannabis spielt aber der menschliche Neurotransmitter-Stoffwechsel.

Cannabinoide wie THC (Tetrahydrocannabinol) lösen Veränderungen im Neurotransmitter- und auch im Dopaminsystem aus. Dieser Stoffwechsel führt zu einer veränderten Wahrnehmung, die kurzfristig oder auch langfristig Veränderungen herbeiführt.

Dazu kommt, dass viele Kiffer Cannabis konsumieren, um unangenehme Situationen und Probleme zu verdrängen. Diese stauen sich mit der Zeit immer mehr an und das kann irgendwann zu einem Ausbruch der Psychose führen. Das Limit ist dann einfach erreicht.

Interessant ist auch der Fakt, dass man als Kiffer nicht mehr richtig träumt. Das Träumen ist jedoch wichtig, um angestaute Probleme und unangenehme Situationen zu verarbeiten.

Auslöser für eine Cannabis-Erkrankung

Ein weiterer Faktor ist auch der THC-Gehalt des konsumierten Cannabis. Das Risiko soll durch Cannabis mit einem Wert von mehr als 10 % noch höher sein. Das ist zwar nur eine Theorie, sie ist jedoch plausibel, da die Wirkung und der Rausch noch intensiver sind. Jemand, der eine drogeninduzierte Psychose entwickelt, war auch schon vor dem Konsum anfällig für diese Störung.

Wenn die Person aber nicht gekifft hätte, wäre das Risiko daran zu erkranken um 30 % geringer. In den meisten Fällen bricht sie auch so irgendwann aus. Es kann sich zwar um Jahre verschieben, aber wenn sich die Lebenssituation und das Stresslevel nicht verändern, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Limit erreicht ist. Zusammengefasst ist Cannabis in keinem Fall die Ursache einer Psychose. Cannabis ist lediglich der Auslöser von Psychosen.

Wer kann eine Psychose durch Cannabis entwickeln?

Generell kann jeder an einer Psychose erkranken, der sein psychisches Limit erreicht. Es hat sich aber herausgestellt, dass besonders Menschen davon betroffen sind, die sehr früh mit dem Kiffen angefangen haben und noch in der Entwicklungsphase waren. Das Risiko verringert sich mit dem Alter, in dem die Entwicklung des Gehirns abgeschlossen ist.

Eine deutsche Studie zum Thema „Early Developmental Stages of Psychopathology“ hat herausgefunden, dass mehr als 30 Prozent der Teilnehmer, die im Alter zwischen 14 und 24 Jahren zum ersten Mal regelmäßig gekifft haben, nach 3,5 Jahren psychotische Symptome zeigten.

Zudem sind Langzeitkiffer davon betroffen, die es einfacher haben, an hochpotentes Cannabis zu kommen. Das ist zum Beispiel in London und Amsterdam der Fall. Diese Städte weisen eine höhere Rate von Neudiagnosen auf, im Gegensatz zu anderen Städten. In London haben drei von zehn Psychotikern täglich Cannabis konsumiert, in Amsterdam war es sogar jeder Zweite.

kann man eine Cannabis-Psychose heilen?

Lange Zeit galten Psychosen als sehr schwer behandelbar. Mittlerweile hat sich diese Situation dank verbesserter Therapieoptionen aber verändert. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Behandlung ist die Form einer Psychose. Bei einer ausgebrochenen Psychose hilft nur der Weg zum Arzt!

Durch bestimmte Medikamente und eine langjährige Therapie ist eine Heilung bestimmter Formen sehr vielversprechend. Diese Kombination hilft dabei, die psychotischen Schübe in den Griff zu bekommen und dir ein normales Leben zu ermöglichen.

Wenn du Anfangssymptome verspürst, solltest du das Kiffen umgehend einstellen und deine Lebenssituation verändern.

Der Cannabis-Entzug kann schwierig sein, speziell der erste Schritt ist für viele nicht einfach und wird seit Jahren immer wieder gerne verschoben. Unsere Entzugskur kann dir dabei helfen, diesen Schritt zu wagen und heute noch dem Ausbruch einer Psychose zuvorzukommen.

psychose durch kiffen heilen

Fazit zur Cannabis-Psychose

Nicht jeder Kiffer wird automatisch früher oder später an einer Psychose erkranken. Das Risiko eines Ausbruchs wird jedoch um 30 %  erhöht. Daher solltest du dich und deinen Konsum ganz genau reflektieren und überlegen, ob du Tendenzen zu so einer Krankheit aufweist.

Solltest du das tun, würden mein Team und ich dir stark vom weiteren Kiffen abraten! Falls du schon Erfahrung mit einer Cannabis-Psychose gemacht hast, dann erzähl uns doch bitte davon und gib den anderen Lesern weitere hilfreiche Tipps!

Annalena

Über die Autorin

Hi, ich bin Anna und gehöre seit 2021 zum AZK-Team. Ich habe selber 8 Jahre täglich gekifft und hoffe, dass ich dir mit meinen Erfahrungen weiterhelfen kann. Ich freu mich auf deinen Kommentar zum Beitrag!

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