Kiffen und die Potenz

Von Luststeigerung zu Erektionsstörung!

Der Begriff „Weed-Dick“ oder „Kiffer-Penis“ ist mittlerweile bekannt, aber wie genau wirkt sich Cannabis auf die Potenz und die sexuelle Funktion aus? Wir sind dem Thema auf den Grund gegangen und haben uns schlau gemacht. Dabei haben wir nicht nur auf eigene Erfahrungen vertraut, sondern auch wissenschaftliche Studien herangezogen. In diesem Blogbeitrag werden wir dir einen Überblick über die Auswirkungen von Cannabis auf die Potenz und die sexuelle Funktion geben.

Wie wirkt sich der täglicher Konsum von Cannabis auf die Potenz und sexuelle Funktion aus?

Es ist wichtig zu betonen, dass jeder individuell auf das berühmteste Kraut der Welt reagiert. Dennoch gibt es mittlerweile wissenschaftliche Studien, die einige Vermutungen von Dauerkiffern bestätigen. Einige dieser Studien deuten darauf hin, dass der regelmäßige Konsum von Cannabis den Testosteronspiegel beeinflussen und die Libido beeinträchtigen kann. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass der langfristige Konsum von Cannabis zu Erektionsstörungen führt.

Kann das Kiffen auch stimulierend wirken?

Tatsächlich kann der unregelmäßige Konsum von Cannabis auch stimulierend wirken. Menschen, die oft verkopft und verspannt sind oder psychische Probleme haben, berichten davon, dass Cannabis sehr stimulierend wirkt. Das liegt an der veränderten Körperchemie und der veränderten Wahrnehmung auf das Gehirn. Unregelmäßige Kiffer beschreiben es als ein aphrodisierendes Erlebnis mit viel intensiverem Sex und stabilerem Lustempfinden, das mit Viagra vergleichbar ist. Es scheint, dass dieser Effekt jedoch nur bei sehr unregelmäßigem Konsum, wie etwa einmal im Monat, auftritt. Langzeitkiffer berichten einheitlich davon, dass dieser Effekt nach regelmäßigem Konsum nicht mehr wahrzunehmen ist und sich sogar ins Gegenteil entwickeln kann.

Kann man durch Kiffen unfruchtbar werden?

Es ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Bei zeugungsfähigen Männern finden sich normalerweise rund 20 bis 60 Millionen Spermien in einem Milliliter Ejakulat. Eine relevante Reduktion durch Cannabis könnte sich vor allem auf die Zeugungsfähigkeit jener Männer auswirken, deren Spermienzahl bereits im unteren Bereich der Skala liegt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten Männer mit weniger als 15 Millionen Spermien je Milliliter Ejakulat als unfruchtbar.

Studien zur Unfruchtbarkeit durch Cannabis haben ergeben, dass 69 Prozent der Cannabiskonsumenten in ihrem Leben schon Potenzprobleme hatten, im Vergleich zu nur 35 Prozent der Männer ohne Cannabiskonsum. Die Ursache dafür könnte der Einfluss von Cannabis auf das Endocannabinoid-System sein, das unter anderem für die erektile Funktion und das Sexualverhalten des Mannes verantwortlich ist. Eine weitere Studie an männlichen Rhesusaffen hat gezeigt, dass der tägliche Konsum von THC zu einem sinkenden Testosteronspiegel, schrumpfenden Hoden und einer niedrigeren Fruchtbarkeit führen kann.

Kiffen verursacht schrumpfende Hoden bei Affen:

Auch wenn die Folgen gravierend erscheinen, schadet ein einmaliger bis seltener Konsum von Cannabis dem Körper nicht langfristig. Anders sieht es bei einem dauerhaften und exzessiven Konsum aus. Eine Studie der Oregon Health & Science University, veröffentlicht im Journal of Natural Products, besagt, dass der tägliche Konsum von THC zu einem sinkenden Testosteronspiegel mit der Folge von schrumpfenden Hoden und einer niedrigeren Fruchtbarkeit führt.

Die Forschenden fütterten potente männliche Rhesusaffen über 70 Tage lang täglich mit THC. Nach jeder Dosis und auch vor der ersten Dosis wurde eine Sperma-Probe entnommen. Die Untersuchung ergab, dass der Anteil der Fortpflanzungshormone gesunken ist und sich der Testosteronspiegel der Affen deutlich verringert hat. Die Hoden sind sogar über 50 Prozent geschrumpft. Je mehr THC die Affen zu sich genommen haben, desto stärker waren die genannten Folgen ausgeprägt.

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Bedeutet das, dass Männer vom Kiffen impotent werden?

Nein. Erstens handelt es sich bei dem Versuch um einen täglichen und exzessiven Konsum. Zweitens geben die Untersuchungen nur Aufschluss über die Auswirkungen auf Affen, nicht aber auf Menschen. Allerdings können sie als Hinweis auch für die menschliche Potenz dienen. Niedrige Testosteronwerte verursachten laut den Forschenden bei Menschen neben schrumpfenden Hoden auch eine geringere sexuelle Lust und depressive Verstimmungen. Eine Studie bei weiblichen Rhesusaffen führte zu ähnlichen Erkenntnissen. 

Ein hohes Maß an Cannabis brachte das Hormonsystem und den Zyklus der Weibchen durcheinander und verursachte Fruchtbarkeitsstörungen. Aber auch hier wäre eine direkte Übertragung der Ergebnisse auf den menschlichen Körper verfrüht. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass nicht nur die Gesamtspiegel der Sexualhormone Testosteron und Östradiol der Tiere sanken, auch ihre Hoden schrumpften – um durchschnittlich 59 Prozent.

Als Ursache dafür vermuten die Forschenden eine Störung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) durch THC. Wie viele andere Hirnareale und Körperzellen ist auch die Hypophyse mit Rezeptoren ausgestattet, an die THC andocken kann. Die Drüse reguliert unter anderem die Bildung des follikelstimulierenden und des luteinisierenden Hormons. Diese wiederum steuern die Spermienbildung in den Hoden und regulieren die Produktion der Sexualhormone Testosteron und Östrogen.

„Irgendwann habe ich einfach keinen mehr hochbekommen. Zum Glück war alles wieder normal, nachdem ich aufgehört habe“

Wie sieht's mit der Potenz bei Frauen aus?

Die Auswirkungen von Cannabis auf die Potenz bei Frauen sind ebenfalls ein interessantes Thema. Allerdings ist die Forschung in diesem Bereich weniger umfangreich und weniger gut etabliert im Vergleich zur Potenz bei Männern.

Einige Studien haben darauf hingewiesen, dass Cannabis auch bei Frauen Auswirkungen auf die sexuelle Funktion haben kann. Ähnlich wie bei Männern kann der Konsum von Cannabis die Libido vorübergehend stimulieren. Einige Frauen berichten von einer gesteigerten Lust und Empfindlichkeit während des Konsums.

Allerdings gibt es auch Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass der regelmäßige und exzessive Konsum von Cannabis langfristige Auswirkungen auf die weibliche sexuelle Gesundheit haben kann. Es wurde festgestellt, dass ein hoher THC-Konsum das Hormonsystem und den Zyklus stören kann, was zu Fruchtbarkeitsstörungen führen kann.

Fazit

Die Auswirkungen von Cannabis auf die Potenz und die sexuelle Funktion sind komplex und können von Person zu Person variieren. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass der regelmäßige Konsum von Cannabis möglicherweise zu Erektionsstörungen führen kann und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnte. Ein unregelmäßiger Konsum kann hingegen vorübergehend stimulierend wirken.

Es ist wichtig, die individuellen Reaktionen auf Cannabis im Auge zu behalten und mögliche Auswirkungen auf die sexuelle Gesundheit ernst zu nehmen. Bei gesundheitlichen Bedenken oder Fragen zu Potenz oder Erektionsstörungen ist es ratsam, einen qualifizierten Arzt oder eine medizinische Fachkraft zu kontaktieren. So kannst du fundierte Entscheidungen für deine Gesundheit treffen und die richtige Balance finden, wenn es um den Konsum von Cannabis und seine möglichen Auswirkungen auf die sexuelle Funktion geht.

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Alex

Über den Autor

Hi, ich bin Alex und bin seit 2014 im AZK-Team. Gekifft habe ich ab meinem 15. Lebensjahr, bis ich 28 geworden bin. Jetzt will ich dir helfen, damit aufzuhören. Über Kommentare freue ich mich immer!

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2 Kommentare

  1. Servus,
    ich habe einen neuen Mann, der hauptsächlich am Wochenende kifft – 1 Abend.
    Ich stellte fest, dass er Potenzstörungen hat, was nicht an mir liegt.
    Kann es sein, dass es vom Kanabisgebrauch kommt?
    danke for answer
    mfg
    Sylvia

    1. Hallo Sylvia! Das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit. Das kann aber auch an der Aufregung und dem Druck am Anfang liegen. Schau einfach mal, wie es sich in Zukunft entwickelt. Sollte es gleich bleiben, sollte er das ganze mal mit einem Arzt besprechen.

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