
Dein Partner kifft und du bist absolut unglücklich damit? Dieses Problem haben mehr Menschen, als man vermuten möchte. Das Schwierige daran ist, dass man irgendwann aneinander vorbeilebt. Gespräche verlaufen ins Leere und man versteht den Partner und sein Verhalten immer weniger.
In diesem Artikel erkläre ich dir:
• warum durch Cannabis Beziehungsprobleme entstehen
• was im Inneren eines Konsumenten passiert
• welche 3 Möglichkeiten du hast, damit umzugehen
Beziehungsprobleme entstehen meist durch unterschiedliche Wahrnehmungen der Realität und durch Veränderungen im Verhalten des konsumierenden Partners.
Bevor wir zu den Lösungen kommen, ist es wichtig zu verstehen, was im Inneren eines Kiffers passiert. Viele Partner stellen uns immer wieder ähnliche Fragen.
Diese Fragen beziehen sich vor allem auf:
• Gefühle
• Charakterveränderungen
• Verhalten in Beziehungen
• Alltag mit einem Kiffer
Wenn du diese Dinge verstehst, fällt es dir leichter zu entscheiden, wie du mit der Situation umgehen möchtest.
Ja, natürlich.
Gerade zu Beginn des Konsums können Gefühle während des Rausches sogar stärker wahrgenommen werden. Doch mit der Zeit entsteht eine Toleranz gegenüber der Substanz.
Das bedeutet:
Der Körper gewöhnt sich an THC und die Wirkung nimmt immer weiter ab.
Die Folge kann sein:
• Emotionen werden schwächer wahrgenommen
• Gleichgültigkeit entsteht
• Reaktionen werden emotional flacher
Mehr dazu liest du auch im Beitrag – Warum Kiffen müde und antriebslos macht.
Ja, das ist tatsächlich eines der häufigsten Probleme bei Langzeitkiffern.
Cannabis kann dazu führen, dass:
• negative Gefühle verdrängt werden
• Probleme weniger wichtig erscheinen
• Emotionen allgemein abgestumpft werden
Das Problem dabei ist:
Nicht nur negative Gefühle verschwinden, sondern auch positive Emotionen.
Viele Partner beschreiben, dass ihr Partner irgendwann wirkt wie:
• emotional distanziert
• uninteressiert
• gleichgültig
Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht in der Beziehung. Der nüchterne Partner hat oft das Gefühl:
• mehr zu investieren
• mehr zu fühlen
• mehr Verantwortung zu tragen
Cannabis verändert nicht unbedingt den Charakter eines Menschen.
Es kann jedoch den Zugang zur eigenen Persönlichkeit betäuben.
Das kann dazu führen, dass Menschen plötzlich:
• weniger Motivation haben
• weniger aktiv sind
• Interessen verlieren
• weniger Verantwortung übernehmen
Typische Veränderungen sind zum Beispiel:
• weniger Lust auf Unternehmungen
• weniger Interesse an Freunden
• weniger Engagement im Haushalt
• weniger Initiative im Alltag
Der Partner wirkt dadurch oft wie ein völlig anderer Mensch.
Wenn du selbst nicht konsumierst, kann eine Beziehung mit einem Kiffer sehr belastend sein.
Typische Konflikte entstehen durch:
• ungleiche Aufgabenverteilung
• unterschiedliche Prioritäten
• emotionale Distanz
Viele Betroffene berichten außerdem:
• sie fühlen sich allein in der Beziehung
• sie müssen mehr Verantwortung übernehmen
• sie bekommen weniger Aufmerksamkeit
Hinzu kommt, dass viele Konsumenten lieber:
• zu Hause bleiben
• alleine konsumieren
• Aktivitäten vermeiden
Auch das kann eine Beziehung stark belasten.
Nachdem du nun verstehst, was Cannabis mit deinem Partner machen kann, schauen wir uns 3 mögliche Wege an, wie du damit umgehen kannst.
Der erste Impuls vieler Menschen ist:
„Er soll einfach aufhören.“
Leider funktioniert das selten.
Eine Cannabisabhängigkeit lässt sich nicht durch Druck oder Vorwürfe lösen. Im Gegenteil – das führt oft zu mehr Streit.
Der bessere Weg ist, deinen Partner zum Nachdenken zu bringen.
Du könntest zum Beispiel fragen:
• Was bringt dir das Kiffen eigentlich?
• Fühlst du dich danach wirklich besser?
• Hat Cannabis dein Leben verbessert?
• Bringt dich der Konsum im Leben weiter?
Diese Fragen helfen deinem Partner, seinen Konsum selbst zu reflektieren.
Wichtig dabei:
• stelle die Fragen ruhig
• vermeide Vorwürfe
• sprich in Ich-Botschaften
Zum Beispiel:
„Ich merke, dass mich das Thema belastet und ich möchte verstehen, warum du kiffst.“
Wenn dein Partner erkennt, dass sein Konsum Probleme verursacht, kannst du ihn beim Aufhören unterstützen.
Hilfreich ist auch der Beitrag 12 häufigste Entzugserscheinungen durch Cannabis.
Wenn dein Partner nicht komplett aufhören möchte, könnt ihr versuchen Kompromisse zu finden.
Beispiele könnten sein:
• nicht mehr in der Wohnung kiffen
• nur an bestimmten Tagen konsumieren
• feste Paar-Abende einführen
• mehr Verantwortung im Haushalt übernehmen
Dieser Weg klingt einfach, ist aber oft schwierig.
Eine Sucht führt häufig dazu, dass:
• Versprechen gemacht werden
• diese später nicht eingehalten werden
Deshalb ist wichtig:
Setze klare Grenzen und achte darauf, ob dein Partner seine Zusagen wirklich einhält.
Ein Ultimatum ist der letzte Schritt.
Dabei sagst du deinem Partner klar:
Er muss sich entscheiden – zwischen dir und dem Konsum.
Das klingt hart, kann aber manchmal notwendig sein.
Wichtig ist jedoch:
Wenn du ein Ultimatum stellst, musst du auch bereit sein, die Konsequenzen umzusetzen.
Wenn dein Partner sich für das Kiffen entscheidet, musst du wirklich gehen.
Ansonsten verliert deine Aussage jede Wirkung und dein Partner wird dich in Zukunft nicht mehr ernst nehmen.
Ich habe selbst eine Beziehung mit einem Kiffer erlebt.
Am Anfang war sein Konsum nur gelegentlich. Doch nach einem schweren Verlust in seiner Familie begann er immer häufiger zu kiffen.
Mit der Zeit veränderte er sich stark:
• er wurde gleichgültiger
• er zog sich zurück
• unsere Beziehung wurde distanzierter
Ich habe mehrmals versucht, mit ihm darüber zu sprechen. Er versprach aufzuhören, wurde aber immer wieder rückfällig.
Irgendwann stellte ich ihm ein Ultimatum.
Als er nicht aufhörte, habe ich die Beziehung beendet.
Erst danach schaffte er es tatsächlich, clean zu werden. Doch für mich war es zu spät, die Beziehung wieder aufzunehmen.
Heute weiß ich:
Diese Entscheidung war richtig.
Wenn nur ein Partner in einer Beziehung kifft, entstehen häufig Konflikte. Der Grund ist, dass beide Partner irgendwann unterschiedliche Realitäten erleben.
Du hast grundsätzlich drei Möglichkeiten:
• deinen Partner zum Nachdenken bringen
• Kompromisse finden
• klare Grenzen setzen
Am wichtigsten ist jedoch:
Vergiss dich selbst nicht.
Deine Bedürfnisse, Gefühle und dein Lebensglück sind genauso wichtig wie die Probleme deines Partners.