
Cannabis-Entzug in der Klinik: Wann ist das wirklich nötig?
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Wenn du mit dem Kiffen aufhörst und plötzlich Herzklopfen, inneren Druck oder höhere Blutdruckwerte bemerkst, kann das verunsichern. Gerade nach langem, täglichem Konsum reagiert das Nervensystem in den ersten Tagen oft spürbar.
Ein erhöhter Blutdruck im Cannabis-Entzug kann vorkommen. Trotzdem solltest du Blutdruck ernst nehmen. Es gibt harmlose Schwankungen, aber auch Werte und Beschwerden, die medizinisch abgeklärt werden müssen.
Cannabis wirkt auf das autonome Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System. Nach regelmäßigem Konsum hat sich dein Körper an THC gewöhnt. Wenn THC plötzlich wegfällt, kann das System vorübergehend überaktiv reagieren.
Typisch sind dann innere Unruhe, Schwitzen, schlechter Schlaf, höherer Puls und bei manchen auch höhere Blutdruckwerte. Eine Johns-Hopkins-Studie mit täglichen Cannabiskonsumenten fand während kurzer Abstinenzphasen teils deutliche Blutdruckanstiege, besonders bei einem Teil der untersuchten Personen.
Die stärksten Entzugssymptome treten häufig in den ersten Tagen auf. Bei Blutdruck ist die Datenlage dünner als bei Schlaf, Reizbarkeit oder Appetit. Deshalb ist ein fester Zeitrahmen unseriös.
Praktisch heißt das: Miss regelmäßig, aber steigere dich in einzelne Werte hinein. Ein einzelner erhöhter Wert nach Stress, Kaffee, Nikotin, Treppensteigen oder schlechtem Schlaf sagt wenig. Mehrere Messungen über mehrere Tage geben ein besseres Bild.
Setz dich fünf Minuten ruhig hin. Miss am Oberarm, wenn möglich mit passender Manschette. Lege den Arm entspannt ab. Miss morgens und abends zur ähnlichen Zeit. Schreib Werte, Uhrzeit, Koffein, Nikotin, Sport, Schlaf und Stress kurz dazu.
Wenn ein Wert hoch ist, warte ein paar Minuten und miss erneut. So vermeidest du, dass eine einzelne Stressmessung dich unnötig in Panik bringt.
Bei Blutdruck geht Vorsicht vor. Wenn du bereits Bluthochdruck, Herzprobleme, Nierenerkrankungen, Diabetes, Schlaganfallrisiko oder Blutdruckmedikamente hast, sprich vor oder während des Entzugs mit deinem Arzt.
Wenn dein Blutdruck wiederholt deutlich erhöht ist, etwa über 160/100 mmHg, lass ihn zeitnah ärztlich einordnen. Wenn du Werte ab 180/120 mmHg misst, wiederhole die Messung nach kurzer Ruhe. Bleibt der Wert so hoch, brauchst du medizinische Abklärung.
Rufe sofort den Notdienst, wenn sehr hoher Blutdruck zusammen mit Brustschmerz, Atemnot, starker Schwäche, Taubheit, Sehstörungen, Sprachproblemen, Verwirrtheit, starkem Kopfschmerz oder Rückenschmerz auftritt.
Koffein reduzieren. Kaffee, Energy Drinks und viel Mate können Herzklopfen und Blutdruck verstärken. Gerade in den ersten Tagen ist weniger Koffein oft spürbar ruhiger.
Nikotin beachten. Zigaretten erhöhen Puls und Blutdruck kurzfristig. Wenn du weiter rauchst, beobachte, wie stark Nikotin deine Werte beeinflusst.
Ruhige Bewegung. Spaziergänge, lockeres Radfahren oder leichtes Training helfen Stress, Schlaf und Kreislauf. Bei sehr hohen Werten, Brustschmerz oder Atemnot gehört medizinische Abklärung an die erste Stelle.
Schlaf schützen. Schlafmangel treibt Stress und Blutdruck. Feste Schlafzeiten, Licht am Morgen, weniger Koffein und ein ruhiger Abend helfen mehr als ständiges Kontrollieren.
Alkohol vermeiden. Alkohol kann Blutdruck, Schlaf und Rückfallrisiko verschlechtern. Als Entspannungsersatz im Entzug ist er besonders ungünstig.
Magnesium realistisch einordnen. Manche nutzen Magnesium bei Anspannung, Schwitzen oder Muskelkrämpfen. Bei anhaltend hohen Werten brauchst du trotzdem eine Blutdruckabklärung.
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Viele messen, sehen einen hohen Wert und erschrecken. Dadurch steigt Adrenalin. Der nächste Wert ist noch höher. Dann entsteht eine Schleife aus Angst, Kontrolle und weiteren Messungen.
Miss strukturiert und mit Abstand zwischen den Messungen. Wenn du Werte notierst, erkennst du Muster: morgens niedriger, nach Kaffee höher, nach Spaziergang ruhiger, nach Streit höher. Diese Muster helfen dir und einem Arzt deutlich mehr als zehn hektische Messungen hintereinander.
Erhöhter Blutdruck heißt im Entzug oft: Dein Nervensystem ist aktiviert. Das passt zu Reset-Phase, Schlafproblemen, Schwitzen und innerer Unruhe. Gleichzeitig ist Blutdruck ein Bereich, bei dem du Warnzeichen ernst nehmen solltest.
Alle häufigen Symptome findest du hier: Die 12 häufigsten Entzugserscheinungen durch Cannabis. Den Verlauf ordnen wir hier ein: Die 3 Phasen des Cannabis-Entzugs.
Er kann vorkommen, besonders nach häufigem Konsum. Normal heißt aber nur: möglich. Wenn Werte deutlich erhöht bleiben oder Beschwerden dazukommen, lass es ärztlich prüfen.
Bei leicht erhöhten Werten können Spaziergänge und lockere Bewegung helfen. Bei sehr hohen Werten, Brustschmerz, Atemnot, Schwindel oder neurologischen Symptomen gehört Sport pausiert und medizinische Abklärung zuerst.
Cannabis kann Herz-Kreislauf-Reaktionen verändern, und bei regelmäßigem Konsum entwickelt der Körper Anpassungen. Beim abrupten Wegfall kann der Blutdruck bei manchen vorübergehend steigen.
Quellen zur Einordnung: Johns Hopkins: Increased blood pressure after abrupt cessation of daily cannabis use, American Heart Association zu 180/120 mmHg und Notfallzeichen und Cleveland Clinic zu Cannabis-Entzugssymptomen.

Über den Autor
Sabrina S. · Gesundheitscoach
Sabrina S. ist Gesundheitscoach und wurde vom AZK-Team engagiert. Sie kennt sich mit Gesundheit aus und mit allem, was aktive Bewegung betrifft. Deshalb schreibt sie über Themen, bei denen Gesundheit und Bewegung zusammenkommen.
Mehr über das AZK-Team →
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