
Wenn du gerade dabei bist, mit dem Kiffen aufzuhören, kann es sein, dass dein Körper plötzlich Dinge macht, mit denen du nicht gerechnet hast. Viele kennen Schlafprobleme, innere Unruhe oder Stimmungsschwankungen. Manche bemerken aber noch etwas anderes: Der Puls rast, der Blutdruck ist erhöht und der ganze Körper fühlt sich irgendwie unter Strom an.
Das kann erstmal beängstigend sein, vor allem dann, wenn du nicht weißt, ob das noch zum Entzug gehört oder ob etwas anderes dahintersteckt. Die gute Nachricht ist: Du bist mit diesem Problem nicht allein. Auch wenn es nicht zu den bekanntesten Beschwerden gehört, berichten einige Menschen im Cannabis-Entzug genau von diesen Symptomen.
In diesem Beitrag schauen wir uns an, warum der Blutdruck während des Cannabis-Entzugs steigen kann, wie lange das ungefähr dauern kann und was du tun kannst, um deinen Kreislauf wieder zu beruhigen.
Ja, das kann vorkommen. Ein erhöhter Blutdruck gehört zwar nicht zu den bekanntesten Entzugserscheinungen, aber er ist möglich. Vor allem Menschen, die über längere Zeit regelmäßig konsumiert haben, berichten manchmal davon, dass ihr Herz schneller schlägt, sie sich körperlich unruhig fühlen oder der Kreislauf plötzlich verrücktspielt.
Das bedeutet nicht automatisch, dass etwas Gefährliches dahintersteckt. Trotzdem ist es wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und richtig einzuordnen. Wenn du dir generell einen Überblick verschaffen willst, welche Beschwerden während des Entzugs auftreten können, findest du im Beitrag Die 12 häufigsten Entzugserscheinungen durch Cannabis eine gute erste Einordnung.
Der Hauptgrund ist, dass dein Körper sich nach dem Aufhören erst wieder neu regulieren muss. Cannabis beeinflusst über längere Zeit verschiedene Systeme im Körper, unter anderem auch das Nervensystem, den Kreislauf und die Herzfrequenz.
Sobald du aufhörst, fehlt plötzlich der Stoff, an den dein Körper gewöhnt war. Genau dadurch entsteht Stress im Organismus. Dieser Stress kann sich nicht nur psychisch, sondern auch körperlich zeigen.
THC kann die Herzfrequenz erhöhen und verschiedene Prozesse im Kreislauf beeinflussen. Wenn du regelmäßig gekifft hast, musste dein Körper sich dauerhaft an diese Wirkung anpassen.
Hörst du dann abrupt auf, fällt dieser Einfluss weg. Der Körper gerät kurzfristig aus dem Gleichgewicht und muss lernen, wieder ohne THC zu funktionieren. Genau in dieser Phase können Beschwerden wie Herzklopfen, Kreislaufprobleme oder ein erhöhter Blutdruck auftreten.
Wenn du besser verstehen willst, was THC im Körper eigentlich macht, passt dazu auch der Beitrag Der Unterschied zwischen THC und CBD.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die innere Anspannung. Viele Menschen sind im Entzug nervös, schlafen schlecht und stehen dauerhaft unter Strom. Genau das kann den Blutdruck zusätzlich beeinflussen.
Denn sobald der Körper in eine Art Alarmzustand geht, schüttet er vermehrt Stresshormone aus. Diese sorgen dafür, dass das Herz schneller schlägt und sich der Kreislauf angespannter anfühlt. Dadurch kann es sich so anfühlen, als würde der ganze Körper nicht mehr richtig runterfahren.
Gerade wenn zusätzlich Angst oder Panikgefühle dazukommen, wird der Effekt oft noch stärker. Dazu passt auch der Beitrag 3 Methoden gegen die Angst vor dem Cannabis-Entzug.
Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche spüren den erhöhten Puls oder Blutdruck nur an einzelnen Tagen, bei anderen zieht sich das über mehrere Wochen.
Oft wird es im Verlauf der ersten Tage und Wochen langsam besser, wenn sich das Nervensystem wieder beruhigt. Bei vielen normalisiert sich der Kreislauf im Laufe der ersten zwei bis vier Wochen. Das ist natürlich nur ein grober Richtwert und keine feste Regel.
Entscheidend ist vor allem, wie lange und wie intensiv du konsumiert hast, wie hoch dein allgemeines Stresslevel ist und ob vielleicht noch andere Faktoren dazukommen.
Auch wenn sich der Körper oft von selbst wieder stabilisiert, gibt es einige Dinge, die dir helfen können, den Kreislauf zu beruhigen.
Leichte bis moderate Bewegung kann den Kreislauf stabilisieren und Stress abbauen. Du musst dafür keinen Hochleistungssport machen. Oft reichen schon:
Spaziergänge
lockeres Radfahren
leichtes Training
frische Luft und Bewegung im Alltag
Gerade wenn du das Gefühl hast, dass dein Körper total unter Spannung steht, kann Bewegung helfen, diese Energie sinnvoll abzubauen.
Weil Stress den Blutdruck zusätzlich pushen kann, ist alles sinnvoll, was dein Nervensystem wieder beruhigt. Dazu gehören zum Beispiel:
ruhiges Atmen
Meditation
kurze Pausen ohne Handy
entspannende Abendroutinen
bewusst langsamer werden
Manche profitieren zusätzlich von pflanzlichen Hilfsmitteln. Wenn bei dir vor allem Unruhe im Vordergrund steht, kann auch der Beitrag Lavendel – das günstige Hilfsmittel für den Cannabis-Entzug interessant sein.
Auch dein Alltag spielt eine große Rolle. Wer im Entzug schlecht schläft, wenig isst und zu wenig trinkt, bringt den Kreislauf oft zusätzlich durcheinander.
Wichtig sind deshalb vor allem:
ausreichend Wasser trinken
regelmäßig essen
nicht zu viel Koffein
möglichst wenig Nikotin
ausgewogene Mahlzeiten
Vor allem Koffein und Nikotin können Herzfrequenz und Blutdruck zusätzlich anheben. Wenn du also gerade ohnehin einen empfindlichen Kreislauf hast, lohnt es sich, hier besonders aufmerksam zu sein.
Auch wenn erhöhter Blutdruck im Cannabis-Entzug vorkommen kann, solltest du Beschwerden nicht einfach immer nur auf den Entzug schieben. Gerade dann, wenn die Symptome sehr stark sind oder dir Angst machen, ist medizinische Abklärung sinnvoll.
Das gilt besonders, wenn:
dein Blutdruck sehr hoch ist
du starke Brustschmerzen hast
dir schwindelig wird
du Atemnot bekommst
dein Herz dauerhaft rast
du Vorerkrankungen hast
Dann solltest du nicht abwarten, sondern ärztlich abklären lassen, was dahintersteckt.
Ein erhöhter Blutdruck während des Cannabis-Entzugs kann unangenehm und beängstigend sein, ist aber grundsätzlich eine mögliche Entzugserscheinung. Vor allem dann, wenn dein Körper unter Stress steht und sich erst wieder an ein Leben ohne THC gewöhnen muss, können Puls, Kreislauf und Blutdruck vorübergehend verrücktspielen.
Wichtig ist, dass du ruhig bleibst, deinen Körper unterstützt und auf Warnzeichen achtest. Bewegung, Stressabbau, genug Wasser und etwas Geduld helfen vielen schon spürbar weiter.
Und ganz wichtig: Nur weil dein Körper gerade verrücktspielt, heißt das nicht, dass etwas falsch läuft. Oft ist es einfach ein Zeichen dafür, dass dein System gerade dabei ist, sich neu zu sortieren.