MPU & Führerschein
Der Brief von der Führerscheinstelle liegt vor dir. Niemand erklärt dir einfach und verständlich, was das jetzt genau bedeutet. Hier erfährst du alles: die Rechtslage seit der Teillegalisierung, den Ablauf und die echten Kosten. Außerdem erfährst du die Fristen für deinen Abstinenznachweis und die Fragen des Psychologen. Dazu findest du eine Suche für MPU-Stellen direkt in deiner Nähe.

Wo stehst du gerade?
Du musst nicht alles lesen. Klick an, was auf dich zutrifft, und du landest genau an der richtigen Stelle.
01MPU-StellensucheBegutachtung, Vorbereitung und Beratung nach PostleitzahlStelle finden
02Abstinenz-ZeitstrahlLetzten Konsumtag eintragen und jede Frist sehenZeitstrahl öffnen
03KostenrechnerAlle Posten einzeln, am Ende deine SummeKosten rechnen
04THC-NachweiszeitenBlut, Urin, Speichel und Haare in einer TabelleTabelle ansehen
05Der MPU-FahrplanAcht Stationen von der Kontrolle bis zum FührerscheinAblauf ansehen
06Diese 8 Fragen stellt der PsychologeUnd worauf der Gutachter bei jeder Antwort achtetFragen ansehen
07Wird alles gegen dich verwendet?Was mit deinen Aussagen im Gespräch wirklich passiertAntwort lesen
08Cannabis auf RezeptDer Sonderfall, den kaum jemand sauber erklärtSonderfall lesenStellensuche
Hier findest du Begutachtungsstellen, Verkehrspsychologen und Beratungsstellen, die auf Cannabis spezialisiert sind. Gib deine Postleitzahl ein und wähle den Umkreis. Wir bauen das Verzeichnis gerade auf, Einträge kommen laufend dazu.
Grundlagen
Seit das Cannabisgesetz gilt, hat sich für Autofahrer weniger geändert, als viele hoffen. Cannabis ist zwar teilweise legal, aber das Fahren unter THC-Einfluss bleibt verboten. Neu ist vor allem eines: Seit 2024 gibt es einen echten Grenzwert, an dem sich alles ausrichtet.
Wenn du unter dem Grenzwert bleibst, ist das keine Ordnungswidrigkeit nach dem Straßenverkehrsgesetz. Falls du auffällig fährst, kann das trotzdem eigene Folgen haben.
Es drohen ein Bußgeld und ein Fahrverbot. Wenn bei dir noch Alkohol ins Spiel kommt, wird es deutlich teurer und der Weg zur MPU ist viel kürzer.
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Der Grenzwert entscheidet über dein Bußgeld. Über die MPU entscheidet dagegen, ob die Behörde an deiner Eignung zum Fahren zweifelt. Das sind zwei getrennte Verfahren. Genau diese Verwechslung kostet dich am meisten Zeit.
Der Weg
Die Frage kommt fast immer zuerst: Was kommt jetzt auf mich zu, und in welcher Reihenfolge? Hier siehst du den ganzen Weg auf einen Blick.
Ein Vortest an der Straße entscheidet noch nichts. Entscheidend ist die Blutprobe. Das Ergebnis dauert meist mehrere Wochen. In dieser Zeit passiert wenig, und genau das macht viele nervös.
Tag 0
Bei einem einmaligen Verstoß bekommst du in der Regel einen Bußgeldbescheid mit Fahrverbot. Wenn deine Eignung angezweifelt wird, entzieht die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis. Das sind zwei verschiedene Behörden und zwei verschiedene Briefe.
nach 4 bis 12 Wochen
Jetzt wird es konkret. Die Behörde schreibt dir, welches Gutachten sie verlangt. Sie schreibt auch, welche Frage darin beantwortet werden soll. Dieser eine Satz bestimmt alles Weitere. Dazu gehört auch, ob du 6 oder 12 Monate Abstinenz nachweisen musst. Beantrage vorher Akteneinsicht.
Startschuss
Das ist der wichtigste Tag im ganzen Verfahren. Viele gehen ihn zu spät an. Erst ab der Einschreibung entsteht ein verwertbarer Nachweis. Jede Woche, die du wartest, fehlt dir am Ende.
so früh wie möglich
Urinscreenings kommen unangekündigt, Haaranalysen in festen Abständen. Nach außen passiert in dieser Zeit wenig. In dir passiert wahrscheinlich sehr viel. Wenn du hier durchhältst, hast du den schwersten Teil geschafft.
die lange Strecke
Sinnvoll ist das ab etwa der Halbzeit. Es geht nicht darum, Antworten auswendig zu lernen. Du musst deine eigene Geschichte verstehen und erzählen können.
letzte 3 Monate
Ein Termin, drei bis vier Stunden, drei Teile. Erst wenn alle Nachweise lückenlos vorliegen, ergibt dieser Termin Sinn.
ein Tag
Das Gutachten geht zuerst an dich. Fällt es positiv aus, reichst du es ein und beantragst die Neuerteilung. Rechne insgesamt mit 8 bis 15 Monaten ab der Einschreibung.
2 bis 6 Wochen
Anordnung
Und genauso wichtig ist die Frage, wann das nicht passiert. Viele bereiten sich monatelang auf eine MPU vor, die am Ende gar nicht angeordnet wird.

Die Rechtsgrundlage steht in Paragraf 14 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Danach kann die Behörde ein Gutachten verlangen, wenn Tatsachen für eine Abhängigkeit oder den Konsum von Betäubungsmitteln sprechen. Bei Cannabis ist seit der Teillegalisierung entscheidend, ob du Konsum und Fahren zuverlässig trennen kannst.
Dein erster Schritt lautet immer: Beantrage Akteneinsicht, bevor du irgendetwas unterschreibst oder beantwortest. Du hast ein Recht darauf zu erfahren, was die Behörde genau über dich weiß. Ohne dieses Wissen bereitest du dich auf ein Verfahren vor, dessen Grundlage du gar nicht kennst.
Ablauf
Die Begutachtung selbst dauert je nach Stelle drei bis vier Stunden. Sie besteht immer aus den gleichen drei Bausteinen.
Ein Arzt erfasst deine Krankengeschichte, prüft deinen Körper und geht deine Abstinenznachweise durch. Er fragt dich auch, seit wann und wie viel du konsumiert hast. Hier zu untertreiben ist der klassische Fehler, weil deine Laborwerte sonst einfach nicht zu deinen Aussagen passen.
ca. 30 bis 45 Minuten
Deine Reaktionsfähigkeit, Konzentration, Aufmerksamkeit und Belastbarkeit werden am Rechner gemessen. Vor diesem Teil haben die meisten zwar am wenigsten Angst. Er wird aber trotzdem schnell zum Stolperstein, wenn du in der Nacht davor schlecht geschlafen hast.
ca. 45 bis 60 Minuten
Das ist der entscheidende Teil. Der Psychologe will verstehen, warum du konsumiert hast, was sich seitdem in deinem Leben verändert hat und warum das stabil bleibt. Du musst dafür keine Sätze auswendig lernen. Viel wichtiger ist, dass deine persönliche Geschichte nachvollziehbar ist.
ca. 45 bis 90 Minuten
Das Gutachten
Am Ende der Begutachtung entsteht ein schriftliches Gutachten. Wichtig zu wissen: Du bekommst es zuerst, die Behörde erfährt davon erst einmal nichts.
Das Gutachten wiederholt zuerst die Fragestellung, die dir die Führerscheinstelle geschickt hat. Danach folgen die medizinischen Befunde, die Ergebnisse des Leistungstests und eine Zusammenfassung des Gesprächs. Am Ende steht die Beurteilung mit der Prognose, ob mit erneuten Verstößen zu rechnen ist.
Das Gutachten geht direkt an dich und wird keinesfalls automatisch an die Behörde geschickt. Fällt es negativ aus, legst du es einfach nicht vor. Die Führerscheinstelle sieht dann nur, dass du nichts eingereicht hast. Das verzögert zwar die Neuerteilung, aber es steht danach kein Fehlversuch in deiner Akte.
Der Fall liegt anders, wenn die Behörde die Übermittlung ausdrücklich verlangt oder du bereits zugestimmt hast. Lies deshalb ganz genau, was du bei der Terminvereinbarung unterschreibst.
Nachweiszeiten
Das ist die meistgestellte Frage überhaupt, und im Netz gibt es dazu die meisten falschen Antworten. Die genaue Spanne hängt fast vollständig davon ab, wie oft du konsumiert hast.
| Probe | Gelegentlicher Konsum | Regelmäßiger Konsum |
|---|---|---|
| Blut, THC (Wirkstoff) | 4 bis 12 Stunden | bis zu 24 Stunden |
| Blut, THC-COOH (Abbauprodukt) | 1 bis 3 Tage | mehrere Wochen |
| Urin | 2 bis 4 Tage | 4 bis 6 Wochen |
| Speichel | 6 bis 24 Stunden | 1 bis 2 Tage |
| Haare | rückwirkend etwa 1 Monat pro Zentimeter, üblich sind 3 bis 6 Monate | |
Zwei Dinge werden hier ständig verwechselt. Erstens: Nachweisbar heißt nicht fahruntüchtig. Ein Abbauprodukt in deinem Urin sagt nichts darüber, ob du gerade sicher fährst. Zweitens: Für die MPU zählen diese Zeiten überhaupt nicht. Dort geht es nicht darum, wann etwas nicht mehr messbar ist, sondern darum, dass ein Labor über 6 oder 12 Monate lückenlos bestätigt, dass du nichts konsumiert hast.
THC und THC-COOH sind nicht dasselbe. Diese Verwechslung sorgt für die meiste Verwirrung. THC ist der Wirkstoff und zeigt frischen Konsum. Deshalb bezieht sich der Grenzwert von 3,5 ng/ml darauf. THC-COOH ist das Abbauprodukt und bleibt viel länger messbar. Ein hoher THC-COOH-Wert bedeutet also nicht, dass du unter THC-Einfluss gefahren bist. Er sagt der Behörde nur, dass du regelmäßig konsumiert hast.
THC lagert sich im Fettgewebe ein und wird von dort langsam wieder abgegeben. Wer über Jahre fast jeden Tag konsumiert hat, trägt ein Depot mit sich herum, das sich über Wochen leert. Wer einmal auf einer Feier mitgeraucht hat, ist nach wenigen Tagen sauber.
Dazu kommen Körperfettanteil, Stoffwechsel, Trinkmenge, der Wirkstoffgehalt und die Nachweisgrenze des Labors. Deshalb sind pauschale Tabellen im Netz oft Unsinn. Die Werte oben sind reine Erfahrungsspannen und keine Garantie. Ein Screening im Abstinenzprogramm arbeitet ohnehin mit deutlich empfindlicheren Grenzwerten als ein Schnelltest an der Straße.
Abstinenznachweis
Das ist der zeitaufwendigste Teil, bei dem auch die meisten Fehler passieren. Wichtig ist vor allem eines: Dein Nachweis muss schon vor der Begutachtung vollständig vorliegen.

Die Faustregel lautet: Bei gelegentlichem Konsum reichen häufig 6 Monate. Gibt es Hinweise auf eine Abhängigkeit, werden in der Regel 12 Monate verlangt. Welcher Zeitraum für dich gilt, steht in der Fragestellung der Behörde. Lies sie genau durch, bevor du dein erstes Screening buchst.
Beide Nachweiswege sind anerkannt, aber sie unterscheiden sich vor allem im Aufwand für dich. Wenn du beruflich viel unterwegs bist, kommst du mit der Haaranalyse meist besser zurecht, weil die kurzfristigen Einbestellungen wegfallen.
Variante A
Variante B
Trag einfach deinen letzten Konsumtag ein. Du siehst sofort, wann welcher Nachweis vollständig ist und ab wann eine Begutachtung überhaupt Sinn ergibt.
Der teuerste Fehler überhaupt: Die Uhr läuft erst ab dem Tag, an dem du dich in ein anerkanntes Kontrollprogramm einschreibst. Dein letzter Joint zählt für die Frist noch nicht. Wenn du schon ein halbes Jahr clean bist und erst jetzt Nachweise sammelst, fängst du wieder bei null an.
Kosten
Die oft genannten 850 Euro sind nur die reine Begutachtungsgebühr. Bei uns erfährst du den echten Gesamtbetrag.
| Posten | Wann fällig | Kosten |
|---|---|---|
| Begutachtung (Drogen-MPU) | am Ende | 850 bis 1.000 € |
| Abstinenzprogramm, Urin (6 Proben) | laufend | 480 bis 780 € |
| Abstinenzprogramm, Haar (2 Analysen) | laufend | 300 bis 500 € |
| MPU-Vorbereitung, Gruppe | vorher | 600 bis 1.000 € |
| MPU-Vorbereitung, Einzel | vorher | 900 bis 2.000 € |
| Verkehrsmedizinisches Gutachten (falls gefordert) | vorher | 150 bis 400 € |
| Gebühren der Führerscheinstelle, Neuerteilung | am Ende | 100 bis 250 € |
| Realistische Gesamtsumme | über 6 bis 15 Monate | 1.500 bis 4.000 € |
Stell dir zusammen, was in deinem Fall anfällt. Unser Rechner nutzt mittlere Marktpreise und dient dir als Orientierung. Er ist kein verbindliches Angebot.
Cannabis auf Rezept
In diesem Bereich kursiert im Netz besonders viel Halbwissen.
Wenn du Cannabis als Medikament verordnet bekommst, darfst du grundsätzlich Auto fahren. Entscheidend ist, dass du das Medikament bestimmungsgemäß einnimmst und deine Fahrsicherheit nicht beeinträchtigt wird. Das ist genau derselbe Maßstab, der auch für starke Schmerzmittel oder Psychopharmaka gilt.
Wird deine Fahreignung angezweifelt, gehst du meistens einen anderen Weg. Statt der klassischen Drogen-MPU folgt eine Untersuchung, die deine Sicherheit unter Medikation klärt. Der Unterschied is erheblich, denn ein Abstinenznachweis wäre bei einer laufenden Therapie völlig widersinnig.
Das Gespräch
Es sind keine Fangfragen, aber jede zielt auf denselben Punkt: Ist deine Veränderung echt und hält sie an? Auswendig gelernte Antworten fallen dem Prüfer sofort auf. Es hilft dir trotzdem sehr, wenn du die Fragen vorab kennst. Dann kannst du in Ruhe über deine Antworten nachdenken und musst sie im Gespräch nicht erst erfinden.
Er gleicht deine Angaben mit den Laborwerten und der Akte ab. Wer über Jahre jeden Tag gekifft hat und das jetzt als Wochenendkonsum darstellt, produziert einen Widerspruch, den der Gutachter sofort sieht. Ehrlichkeit ist hier kein moralischer Rat. Sie ist einfach die einzige Version, die im Gespräch standhält.
Kaum jemand kifft ohne Grund. Meistens geht es um Schlaf, Anspannung, Langeweile oder Rückzug. Wer den Grund benennen kann, zeigt, dass er sein eigenes Muster verstanden hat. Wer dagegen sagt, es sei einfach so passiert, hat das Problem nicht verstanden und schützt sich nicht selbst.
Ein konkreter Moment mit Datum wirkt viel glaubwürdiger als eine allgemeine Einsicht. Der Führerscheinverlust selbst darf in deiner Antwort vorkommen. Er darf aber nicht der einzige Grund sein, sonst endet deine Abstinenz für den Gutachter erkennbar mit dem Erhalt des Papiers.
Ein Umfeld, in dem weiter konsumiert wird, ist das größte Rückfallrisiko. Der Gutachter will von dir hören, wie du damit konkret umgehst. Er glaubt dir sowieso nicht, wenn du behauptest, niemanden mehr zu kennen, der kifft.
Sport, Struktur, Gespräche oder eine feste Abendroutine helfen dir im Alltag. Wichtig ist, dass du sagen kannst, was du am letzten Freitagabend tatsächlich getan hast. Das zählt für den Gutachter viel mehr als nur gute Vorsätze.
Du brauchst eine klare Kette aus der Situation, dem Frühwarnzeichen und deiner konkreten Handlung. Ein Beispiel dafür ist: Wenn ich Streit zu Hause habe, spüre ich das Bedürfnis nach Rückzug und rufe diese eine Person an. Wer nur sagt, er sei fest entschlossen, hat keinen echten Plan.
Hier entscheidet sich fachlich alles. Es geht darum, ob du Konsum und Fahren zuverlässig trennen kannst. Ausreden wie ein voller Terminkalender machen es nur noch schlimmer, weil sie dem Gutachter zeigen, dass dir Bequemlichkeit wichtiger als Sicherheit war.
Ein neuer Job, ein Verein oder wiederhergestellter Kontakt zur Familie: Solche Veränderungen zeigen eine neue Stabilität. Alles, was von außen sichtbar ist, stützt deine Darstellung mehr als jede bloße Beteuerung.
Die größte Sorge
Dieser Satz steht in fast jedem MPU-Forum. Er bringt viele dazu, im Gespräch ihren Konsum kleinzureden. Genau damit fallen viele durch. Deshalb lohnt es sich, den Satz in Ruhe anzuschauen.
Du sitzt einem Menschen gegenüber, der über deinen Führerschein entscheidet. Ausgerechnet ihm sollst du erzählen, wie viel du wirklich konsumiert hast. Jeder Instinkt sagt: kleinreden. Genau das raten dir vermutlich auch Freunde.
Der Gutachter hat deine Akte und deine Laborwerte vor sich, bevor du den Raum betrittst. Er prüft, ob deine Geschichte zu den Zahlen passt. Es reicht also nicht, dass deine Geschichte gut klingt. Wenn du vier Jahre an fast jedem Tag konsumiert hast, passt Wochenendkonsum nicht zu deiner Akte. Dann landet dieser Widerspruch im Gutachten. Das Problem ist dann der Widerspruch.

Der Unterschied ist einfach: Du musst keine Lebensbeichte ablegen. Deine Version muss stimmen. Wenn du offen sagst, dass du lange und viel konsumiert hast, kann das glaubwürdig sein. Entscheidend ist, dass du erklären kannst, was sich geändert hat. Du musst auch erklären können, warum diese Veränderung hält. Wenn du die Menge kleinredest, musst du jede Folgefrage wieder passend biegen. Das hält kein Gespräch über neunzig Minuten aus.
Typische Fehler
E-Book
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Österreich und Schweiz
Die MPU gibt es in dieser Form nur in Deutschland. In Österreich und der Schweiz heißt das Verfahren anders und läuft auch völlig anders ab. Wenn du umziehst oder im Nachbarland kontrolliert wirst, findest du im Netz sonst kaum hilfreiche Infos.
Deutschland
Die MPU wird von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet und von amtlich anerkannten Stellen durchgeführt. Ein Abstinenznachweis über 6 oder 12 Monate ist dabei für dich der absolute Regelfall.
Österreich
Die Behörde ordnet dort eine amtsärztliche Begutachtung an. In vielen Fällen kommt noch eine verkehrspsychologische Untersuchung dazu. Zuständig ist dafür immer die Bezirksverwaltungsbehörde.
Schweiz
Das Strassenverkehrsamt ordnet eine verkehrsmedizinische Abklärung an. Gibt es Hinweise auf einen problematischen Konsum, folgt zusätzlich eine verkehrspsychologische Untersuchung.
Häufige Fragen
Die reine Begutachtungsgebühr liegt bei 850 bis 1.000 Euro. Mit Abstinenznachweisen, der Vorbereitung und den Behördengebühren landest du am Ende aber schnell bei insgesamt 1.500 bis 4.000 Euro.
Bei gelegentlichem Konsum werden häufig 6 Monate verlangt, bei Hinweisen auf eine Abhängigkeit dagegen volle 12 Monate. Maßgeblich ist am Ende immer die konkrete Fragestellung, die dir die Behörde schickt.
In den allermeisten Drogenfällen geht das einfach nicht. Ohne einen lückenlosen Nachweis fehlt dem Gutachter die Grundlage, deine Angaben zu überprüfen. Am Ende fällt dein Gutachten dann negativ aus.
Rechne mit 8 bis 15 Monaten ab dem Tag, an dem du dich in ein Abstinenzprogramm einschreibst. Dein Nachweiszeitraum bestimmt hier ganz allein das Tempo, die Behörde hat darauf keinen Einfluss.
Du kannst die MPU natürlich wiederholen. Sinnvoll ist das aber erst, wenn du die konkreten Gründe für dein negatives Ergebnis behoben hast. Sonst zahlst du am Ende zweimal für genau dasselbe Ergebnis.
Rechtlich ist der Konsum in den erlaubten Grenzen zwar möglich. Praktisch riskierst du damit aber alles, was du dir mühsam aufgebaut hast. Wird erneut ein Verstoß aktenkundig, steht die Behörde sofort wieder vor deiner Tür. Und dieses Mal kennt sie deine Vorgeschichte ganz genau.
Nein. Idiotentest ist ein umgangssprachlicher Spitzname aus den Fünfzigerjahren. Amtlich heißt das Verfahren medizinisch-psychologische Untersuchung. Geprüft wird dabei deine Fahrtauglichkeit. Es geht nur darum, ob du künftig zuverlässig zwischen Konsum und Fahren trennst.
Es gibt keinen festen Wert, ab dem die MPU automatisch angeordnet wird. Der Grenzwert von 3,5 ng/ml THC entscheidet erst mal nur über das Bußgeld. Über die MPU entscheidet die Behörde immer nach der Aktenlage. Dabei schaut sie auf wiederholte Fahrten, die genaue Höhe deines Werts, Mischkonsum oder Hinweise auf regelmäßigen Konsum.
Das ist in der Regel nicht nötig. Eine einmalige Fahrt knapp über dem Grenzwert ohne weitere Auffälligkeiten führt normalerweise nur zu Bußgeld und Fahrverbot. Eine Begutachtung bleibt dir dann erspart. Anders sieht es aus, wenn zusätzlich Alkohol im Spiel war oder dein Wert sehr hoch lag.
Die Anordnung selbst verjährt nicht wie ein Bußgeld. Entscheidend sind die Tilgungsfristen im Fahreignungsregister. Solange die Eintragung dort steht, darf die Behörde sie verwerten. Nach der Tilgung darf sie das allerdings nicht mehr. Deshalb lohnt sich ein Blick in deinen eigenen Registerauszug.
Für das Verfahren macht das überhaupt keinen Unterschied. Gemessen wird das THC in deinem Blut und bewertet wird dein Konsummuster. Ob die Substanz nun als Gras, Weed, Marihuana oder Haschisch bezeichnet wird, spielt für die Behörde absolut keine Rolle.
Ein Gruppenseminar liegt bei 600 bis 1.000 Euro, eine Einzelberatung kostet meistens 900 bis 2.000 Euro. Gemessen an einer Begutachtung, die du ohne Hilfe vielleicht zweimal bezahlen musst, rechnet sich das schnell. Wichtig ist nur, dass du dort deine eigene Geschichte erarbeitest und keine fertigen Antworten auswendig lernst.