Inositol im Cannabis-Entzug: Mit klarem Kopf durch die erste Phase

Inositol im Cannabis-Entzug: Mit klarem Kopf durch die erste Phase

Nach dem Aufhören kommen nicht nur Schlafprobleme und Unruhe. Viele fühlen sich zusätzlich tage- oder wochenlang benommen, als würde der Kopf in Watte stecken. In dieser Zeit wird immer wieder Inositol genannt, weil einige ehemalige Kiffer sich damit klarer und ruhiger gefühlt haben. Was dahintersteckt, was die Studien sagen und worauf du achten solltest, liest du hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Nebel im Kopf nach dem Aufhören ist normal. Die Cannabinoid-Rezeptoren, die durch das Kiffen weniger geworden sind, erholen sich in etwa vier Wochen.
  • Inositol wird in der Community oft gegen Benommenheit und Konzentrationsprobleme genannt. Studien zum Cannabis-Entzug gibt es nicht.
  • Kleine Studien zu Depression und Panik nutzten 12 bis 18 Gramm am Tag. Eine Kapsel aus dem Handel enthält deutlich weniger.
  • Inositol gilt als gut verträglich. Bei Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder mit anderen Medikamenten sprich vorher mit Arzt oder Apotheke.

Was ist Inositol überhaupt?

Inositol ist ein Stoff, der natürlich in Obst, Getreide, Hülsenfrüchten und Fleisch steckt. Oft wird es Vitamin B8 genannt, obwohl es streng genommen kein Vitamin ist, weil der Körper es auch selbst herstellen kann.

In deinen Zellen hilft Inositol dabei, Signale von außen nach innen weiterzugeben. Daraus folgt aber nicht, dass zusätzliches Inositol einen gestörten Ablauf repariert. Auf einer Baustelle ohne Maurer wird das Haus auch mit fünfzig Paletten Ziegeln nicht schneller fertig.

Interessant ist Inositol im Entzug, weil sich viele in den ersten Wochen alles andere als klar fühlen. Welche Beschwerden sonst noch dazukommen können, liest du in Die 12 häufigsten Entzugserscheinungen durch Cannabis.

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Warum sich dein Kopf im Entzug wie in Watte anfühlt

Viele beschreiben den Entzug nicht nur als stressig, sondern als seltsam unwirklich. Du funktionierst irgendwie, bist aber nicht richtig da. Dieser Nebel heißt nicht, dass du dir dauerhaft etwas kaputtgemacht hast.

THC hat über Monate oder Jahre Signale geliefert, die dein Gehirn sonst selbst fein abstimmt. Das Gehirn hat daraufhin einen Teil seiner Cannabinoid-Rezeptoren abgebaut. Ohne THC gibt es für die eigenen Signale erst einmal nicht genug Empfänger.

Eine Studie mit Hirnscans zeigt, dass diese Rezeptoren bei täglichen Kiffern nach etwa vier Wochen ohne Cannabis wieder auf dem normalen Stand waren (Hirvonen 2012). So verteilt sich das auf die drei Phasen des Entzugs:

Was nach dem letzten Joint passiert

  1. Reset: Tag 1 bis 5Die Beschwerden beginnen nach ein bis drei Tagen und sind ab Tag 2 am stärksten. Schlaf und Appetit sind durcheinander.
  2. Resilienz: Tag 5 bis Woche 3 oder 4Der Körper wird ruhiger, Gefühle und Gedankennebel bleiben. Die Rezeptoren erholen sich in dieser Zeit.
  3. Fokus: bis Woche 7Konzentration und Wortfindung kommen langsam zurück.
  4. DanachDer Kopf ist bei den meisten wieder klar, der Drang zu kiffen kommt seltener.

Gefährlich wird der Nebel vor allem durch das, was du dir dabei erzählst. Wer glaubt, dass es so bleibt, sucht nach einem schnellen Ausweg. Genau an dieser Stelle drehen sich viele im Kreis.

Mehr zum Ablauf der einzelnen Abschnitte steht im Artikel So laufen die 3 Phasen des Cannabis-Entzugs ab.

Wie der Nebel zum Rückfall führen kann

Dein Kopf fühlt sich benebelt an
→
Du hast Angst, dass es so bleibt
↑
↓
Die Erholung im Kopf fängt wieder von vorne an
←
Du denkst: Mit einem Joint wäre ich wieder normal

Aus diesem Kreis kommst du nur raus, wenn du weißt, dass der Nebel vorbeigeht. Ein Hilfsmittel wie Inositol kann dich dabei unterstützen, die Zeit bis dahin besser auszuhalten. Wegzaubern kann es den Nebel nicht.

Wobei Inositol im Entzug helfen kann

Inositol ist kein Wundermittel und ersetzt weder Geduld noch eine gute Vorbereitung. Trotzdem berichten manche ehemalige Kiffer, dass es ihnen in einer bestimmten Phase geholfen hat. Gemeint ist die Zeit, in der der Kopf nicht mehr high ist, sich aber auch noch nicht wieder normal anfühlt.

Benommenheit und Gedankennebel

Das ist der Punkt, an dem Inositol in unserer Community am häufigsten genannt wird. Einige fühlen sich damit wieder präsenter, als wären sie mehr bei sich.

Belegt ist das nicht. Es sind persönliche Erfahrungen, und andere merken gar keinen Unterschied.

Konzentration und Wortfindung

Gerade nach längerem Konsum fällt es vielen schwer, Gedanken festzuhalten oder klar zu formulieren. Manche stocken beim Sprechen oder haben das Gefühl, geistig langsamer zu sein als sonst.

Auch hier berichten einige von spürbarer Unterstützung durch Inositol. Ob das am Mittel liegt oder an den nachwachsenden Rezeptoren, kann niemand sicher sagen.

Innere Unruhe und Anspannung

Zum Nebel kommt oft Nervosität dazu. Für diesen Bereich gibt es zumindest kleine Studien, allerdings zu Panikstörung und nicht zum Cannabis-Entzug.

Wer stark unter Unruhe leidet, findet weitere Ideen im Artikel Was beruhigt bei Cannabis-Entzug.

Schlaf

Einige Anwender berichten, dass sie mit Inositol abends besser zur Ruhe kommen. Ein Schlafmittel ist es aber nicht.

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Was die Studien sagen

Zu Inositol gibt es nur wenige und kleine Studien. Keine davon hat den Cannabis-Entzug untersucht. Die bekanntesten beschäftigen sich mit Depression und Panikstörung.

Inositol: was bisher untersucht wurde

Was untersucht wurdeWas herauskam
Depression, 28 Teilnehmer, 12 Gramm am Tag über 4 Wochendeutlich besser als Placebo, die Forscher fordern Wiederholung
Panikstörung, 20 Teilnehmer, bis 18 Gramm am Tagähnlich gut wie das Antidepressivum Fluvoxamin
Zusammenfassung von 11 Studien zu Depression und Angstkein klarer Effekt, nur ein leichter Trend bei Depression
Cannabis-Entzugkeine Studien

Wichtig ist die Menge. In den Studien haben die Teilnehmer 12 bis 18 Gramm am Tag bekommen, meist als Pulver. Eine Kapsel aus dem Handel enthält nur einen kleinen Bruchteil davon. Ob so wenig im Entzug etwas bewirkt, hat niemand untersucht.

Dazu kommt der Zeitpunkt. In den ersten Wochen verändert sich vieles gleichzeitig: Der Schlaf findet zurück, der Appetit kommt wieder, und die Rezeptoren wachsen nach. Wer dann mit einem Präparat anfängt und sich bald klarer fühlt, kann kaum sagen, was geholfen hat. Das spricht nicht gegen einen Versuch, aber gegen große Versprechen.

Was andere im Entzug mit Inositol erlebt haben

Aus den Rückmeldungen unserer Community tauchen immer wieder ähnliche Erfahrungen auf. Genannt werden vor allem ein klarerer Kopf, weniger Benommenheit, mehr Ruhe im Alltag und leichteres Formulieren. Dabei reagiert nicht jeder gleich auf Inositol.

Manche spüren nach ein paar Tagen eine Veränderung, andere merken gar nichts. Das sind persönliche Berichte und keine Garantie. Wie es anderen ohne Gras ergangen ist, liest du in den Erfahrungsberichten über den Cannabis-Entzug.

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Unser Tipp: Inositol mit Cholin

Inositol gibt es als Pulver und als Kapseln. Kapseln lassen sich für viele einfacher in den Alltag einbauen, weil du nichts abwiegen musst.

Interessant ist eine Kombination mit Cholin. Cholin braucht der Körper, um den Botenstoff Acetylcholin herzustellen, der beim Denken und Erinnern eine Rolle spielt. Genau so ein Produkt nutzen einige aus der Community: Inositol + Cholin von Tudimo Nutrition

Wie du Inositol einnimmst

Kapseln schluckst du mit ausreichend Wasser. Manche öffnen die Kapsel auch und rühren den Inhalt in ein Glas Wasser.

Halte dich an die Angaben auf der Packung und erhöhe die Menge nicht auf eigene Faust, weil du dir mehr Wirkung erhoffst. Im Entzug ist es sinnvoller, ein Mittel in Ruhe auszuprobieren, als fünf Dinge gleichzeitig zu nehmen.

Nebenwirkungen und wann du vorsichtig sein solltest

Inositol gilt als gut verträglich. Eine Übersichtsarbeit fand leichte Beschwerden wie Übelkeit, Blähungen und Durchfall erst bei der höchsten untersuchten Menge von 12 Gramm am Tag (Carlomagno 2011).

Sprich trotzdem vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke, wenn du eine Vorerkrankung hast, schwanger bist oder stillst oder andere Medikamente nimmst. Das gilt besonders bei Diabetes, einer bipolaren Störung oder wenn du Lithium nimmst.

Fazit

Inositol kann im Cannabis-Entzug eine Unterstützung sein, vor allem wenn Benommenheit und Gedankennebel im Vordergrund stehen. Die Studienlage ist dünn, und zum Entzug gibt es gar keine. Wer es probieren will, verliert wenig, sollte aber keine Wunder erwarten.

Das Wichtigste bleibt das Wissen, dass der Nebel nach ein paar Wochen von allein nachlässt. Wie du dich auf diese Zeit einstellst, liest du in der Vorbereitung auf den Cannabis-Entzug.

Ein Hilfsmittel ersetzt keinen Plan. Unser Online-Programm begleitet dich durch alle drei Phasen des Entzugs, auch durch die Tage, an denen dein Kopf noch in Watte steckt.

Häufige Fragen

Was bewirkt Inositol im Cannabis-Entzug?

Einige berichten von einem klareren Kopf, weniger Benommenheit und besserer Konzentration. Studien zum Cannabis-Entzug gibt es aber nicht, es sind persönliche Erfahrungen.

Wie schnell merke ich etwas?

Das ist sehr unterschiedlich. Manche spüren nach ein paar Tagen etwas, andere gar nichts. In den kleinen Studien zu Depression und Panik lief die Einnahme über vier Wochen.

Wie viel Inositol sollte ich nehmen?

Halte dich an die Angaben auf der Packung. Die Studien haben mit 12 bis 18 Gramm am Tag gearbeitet, das ist weit mehr, als in Kapseln steckt. Höhere Mengen nur nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke.

Hat Inositol Nebenwirkungen?

Es gilt als gut verträglich. Bei sehr hohen Mengen um 12 Gramm am Tag können Übelkeit, Blähungen oder Durchfall auftreten.

Warum fühle ich mich nach dem Aufhören so benebelt?

Durch das Kiffen hat dein Gehirn einen Teil seiner Cannabinoid-Rezeptoren abgebaut. Die erholen sich nach dem Aufhören in etwa vier Wochen, und in dieser Zeit fühlt sich der Kopf bei vielen wie in Watte an.

Devin M., Coach

Über den Autor

Devin M. · Coach

Devin M. war selbst süchtig und hat über Yoga und Meditation aus der Sucht herausgefunden. Heute arbeitet er als Coach und hilft Männern dabei, sich ein besseres Leben aufzubauen. Seine Perspektive kommt aus eigener Erfahrung und aus seiner heutigen Arbeit mit Männern.

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