
Warum Gras paranoid machen kann: erste Spur im Gehirn
Eine Mäusestudie in Nature Communications zeigt, welche Hirnzellen unter Cannabinoiden Angst verstärken. Was das für Menschen heißt und was noch offen ist.
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Viele Menschen kiffen abends, weil sie hoffen, dadurch besser einzuschlafen. Ein neuer Cochrane-Review hat untersucht, was die Forschung zu Medizinalcannabis bei Schlaflosigkeit zeigt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die bisherigen Studien liefern keinen klaren Beleg dafür, dass es beim Schlafen hilft.
Die Autorinnen und Autoren haben neun randomisierte Studien mit insgesamt 537 Erwachsenen ausgewertet. Die Teilnehmenden waren zwischen 18 und 76 Jahre alt und litten meist unter primärer Schlaflosigkeit. Das bedeutet, dass ihre Schlafprobleme nicht durch eine andere zugrunde liegende Erkrankung verursacht wurden. Acht Studien verglichen Medizinalcannabis mit einem Placebo, eine weitere mit dem Wirkstoff Amitriptylin. Cochrane ist eine Organisation, die Forschungsergebnisse zu medizinischen Fragen systematisch auswertet.
Die Autoren bewerten die Evidenz insgesamt als sehr niedrig bis niedrig. Die Studien waren klein und liefen nur kurze Zeit. Die längste dauerte zwölf Wochen. Außerdem besteht das Risiko, dass die Ergebnisse verzerrt sind, und die einzelnen Studien kamen nicht zu einheitlichen Ergebnissen. Rund 73 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen. Deshalb lassen sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf alle Menschen übertragen.
Die Autoren, Dr. Lucia Varela und Dr. Luis Garegnani, schreiben dazu: „This does not mean that medical cannabis is ineffective.“ Die bisherigen Belege seien zu schwach und unsicher, um klare Schlüsse zu ziehen. Sie fordern deshalb größere und längere Studien.
Entscheidend ist, was daraus folgt. Der Review sagt nicht, dass Cannabis beim Schlafen nichts bewirkt. Er zeigt, dass es bisher keine belastbaren Belege für einen Nutzen gibt.
Wenn du abends kiffst, um einzuschlafen, steckt dahinter oft eine Gewohnheit und nicht unbedingt ein nachgewiesener Nutzen. Der Review liefert keinen Grund, darauf zu vertrauen, dass Cannabis dir beim Einschlafen verlässlich hilft. Dazu kommt, dass sich dein Körper an die Wirkung gewöhnt. Wenn du lange zum Einschlafen gekifft hast, schläfst du nach dem Aufhören häufig erst einmal schlechter. Das ist ein bekanntes Entzugssymptom. Es beweist aber nicht, dass Cannabis deinen Schlaf zuvor verbessert hat. In den Wochen danach kommt der Schlaf bei vielen wieder in Gang.
Als Erstlinie bei Schlaflosigkeit empfehlen das American College of Physicians und die American Academy of Sleep Medicine die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (CBT-I). Wenn du über Wochen schlecht schläfst, solltest du mit einer Ärztin oder einem Arzt darüber sprechen.
Die Sorge vor schlaflosen Nächten ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen das Aufhören immer wieder aufschieben. Im Onlineprogramm von aufhoerenzukiffen.de bekommst du einen Plan, der dich durch genau diese ersten Wochen begleitet.
Cochrane Review „Medical cannabis for insomnia“ (CD016216), Pressemitteilung von Cochrane vom 13. Oktober 2026.

Über den Autor
Sabrina S. · Gesundheitscoach
Sabrina S. ist Gesundheitscoach und wurde vom AZK-Team engagiert. Sie kennt sich mit Gesundheit aus und mit allem, was aktive Bewegung betrifft. Deshalb schreibt sie über Themen, bei denen Gesundheit und Bewegung zusammenkommen.
Mehr über das AZK-Team →Ja. Jeder Versuch zeigt dir, wo dein Plan noch Lücken hatte. Entscheidend ist, aus dem letzten Versuch konkrete Regeln für den nächsten zu machen.
Ein Medikament, das Rückfälle beim Cannabis verhindert, gibt es nicht. Die verlässlichsten Hebel sind Strategie, Unterstützung, Schlaf, Umfeld und klare Routinen.
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