
Warum Gras paranoid machen kann: erste Spur im Gehirn
Eine Mäusestudie in Nature Communications zeigt, welche Hirnzellen unter Cannabinoiden Angst verstärken. Was das für Menschen heißt und was noch offen ist.
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Ein Fernsehbeitrag geht der Frage nach, warum Joints heute gefährlicher sind als früher. Konkrete Zahlen nennt er nicht. Dabei gibt es die längst. Sie stehen im Jahrbuch Sucht 2026 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Die Daten dazu stammen vom Bundeskriminalamt.
Das BKA untersucht den Wirkstoffgehalt von Cannabis, das die Polizei sicherstellt. Bei Cannabisblüten lag der Durchschnitt 2024 bei 14,8 Prozent THC. Im Jahr davor waren es 14,4 Prozent. Schaut man auf die vergangenen zehn Jahre, ist der Wert fast durchgehend gestiegen.
Bei Haschisch liegt der THC-Gehalt noch höher. 2023 erreichte er mit 26,6 Prozent seinen Höchststand, 2024 waren es 26,0 Prozent. Selbst Cannabiskraut, also die Blätter mit geringerem Wirkstoffgehalt, ist stärker geworden. 2024 lag der Wert bei 3,2 Prozent.
Zwei Dinge muss man dabei beachten. Die Zahlen beziehen sich auf sichergestelltes Cannabis, nicht auf das, was jeder Einzelne tatsächlich raucht. Außerdem werden seit dem Datenjahr 2021 CBD-reiche Produkte nicht mehr in den Durchschnitt eingerechnet, weil sie das Ergebnis verzerren würden. An der Entwicklung ändert das nichts: Gras und Haschisch sind im Schnitt deutlich stärker als noch vor einigen Jahren.
Das Jahrbuch Sucht nennt vor allem psychische Risiken, wenn regelmäßig Cannabis mit hohem THC-Gehalt konsumiert wird. Dazu gehören Psychosen, Angst und Lernstörungen. Ob stärkeres Cannabis diese Folgen tatsächlich verursacht oder ob andere Faktoren eine Rolle spielen, ist wissenschaftlich noch umstritten.
Eine der bekanntesten Untersuchungen dazu ist eine europäische Fall-Kontroll-Studie aus dem Jahr 2019, veröffentlicht in The Lancet Psychiatry (Di Forti et al., EU-GEI). Menschen, die täglich Cannabis konsumierten, hatten ein gut dreimal so hohes Risiko für eine psychotische Störung wie Menschen, die nie konsumiert hatten. Wer täglich hochpotentes Cannabis mit mindestens 10 Prozent THC konsumierte, hatte sogar ein fast fünfmal so hohes Risiko. Die Forschenden berechneten außerdem, dass an den untersuchten Standorten rund 12 Prozent der Ersterkrankungen ausgeblieben wären, wenn es dort kein hochpotentes Cannabis gegeben hätte.
Wichtig ist dabei: Eine solche Studie zeigt einen Zusammenhang. Sie beweist nicht, dass das Cannabis die Ursache ist. Trotzdem sind die Ergebnisse ein ernstes Warnsignal, besonders weil der THC-Gehalt weiter steigt.
Wenn du heute einen Joint drehst, ist das Gras darin im Schnitt stärker als noch vor zehn Jahren. Bei derselben Menge landet also mehr THC in deinem Körper.
Das Jahrbuch verweist auch auf neuere Studien aus den USA. Demnach erfüllen etwa 30 Prozent der Menschen, die Cannabis konsumieren, die Kriterien einer Cannabiskonsumstörung. Früher ging man von einem von zehn aus. Als möglichen Grund nennen die Autoren unter anderem den gestiegenen THC-Gehalt. In Deutschland haben laut Jahrbuch rund 5,1 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren innerhalb der letzten zwölf Monate Cannabis konsumiert. Das entspricht 9,8 Prozent.
Dass es zu viel wird, merkst du oft an ganz alltäglichen Dingen. Du brauchst mehr Gras als früher. Ein Abend ohne Joint fühlt sich irgendwie falsch an. Wenn du mal nichts rauchst, schläfst du schlechter. Und statt ruhiger zu werden, wird dein Kopf immer unruhiger.
Nein. Wenn du merkst, dass du nicht mehr ohne Cannabis kannst oder deine Psyche darunter leidet, kannst du jederzeit aufhören. Der Entzug kann unangenehm sein, aber er geht vorbei. Es dauert ein paar Wochen, aber die Richtung stimmt.
Wenn du es nicht allein schaffst oder bereits psychische Beschwerden hast, hol dir Unterstützung. Eine Suchtberatungsstelle in deiner Nähe oder dein Hausarzt sind dafür gute erste Anlaufstellen.

Über den Autor
Jan G. · High-Performance- und Motivationscoach
Jan G. ist High-Performance- und Motivationscoach. Er arbeitet für viele bekannte Leute und weiß, wie sich Leistungsfähigkeit und Motivation verbessern lassen. Sein Schwerpunkt liegt auf allem Mentalen.
Mehr über das AZK-Team →Ja. Jeder Versuch zeigt dir, wo dein Plan noch Lücken hatte. Entscheidend ist, aus dem letzten Versuch konkrete Regeln für den nächsten zu machen.
Ein Medikament, das Rückfälle beim Cannabis verhindert, gibt es nicht. Die verlässlichsten Hebel sind Strategie, Unterstützung, Schlaf, Umfeld und klare Routinen.
Die körperlichen Entzugserscheinungen werden bei vielen nach zwei bis vier Wochen deutlich schwächer. Psychische Gewohnheiten und alte Auslöser brauchen oft länger. Genau deshalb ist Struktur so wichtig.

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