
Wann ist der Cannabis-Entzug am stärksten: und wie du es überlebst
ist ein Thema, bei dem viele erst anfangen zu suchen, wenn es schon unangenehm geworden ist. Vielleicht bist du gerade mitten im Konsum, mitten im Entzug...
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Vor kurzem hast du vielleicht noch nach dem Kiffen den halben Kühlschrank leer gemacht. Jetzt stehst du vor Essen und bekommst kaum etwas runter. Appetitlosigkeit im Cannabis-Entzug ist häufig, und sie fühlt sich für viele erstmal beunruhigend an.
Der wichtigste Punkt: Dein Körper stellt gerade um. THC hat lange in Hunger, Belohnung, Übelkeit, Schlaf und Stress eingegriffen. Wenn dieser Einfluss wegfällt, muss dein natürlicher Appetit wieder anspringen. Das dauert etwas.
Das Wichtigste in Kürze
THC macht Hunger. Viele kennen den Fressflash nach dem Joint: Essen riecht intensiver, schmeckt stärker und fühlt sich nach dem Kiffen besonders gut an.
Wenn du regelmäßig gekifft hast, hat dein Körper gelernt, dass der Hunger mit dem Joint kommt. Fällt das THC weg, fehlt plötzlich der gewohnte Startschuss. Der Magen ist vielleicht leer, aber dein Kopf sagt trotzdem: Ich will nichts essen.
Dazu kommen Stress, schlechter Schlaf, innere Unruhe und bei manchen ein flauer Magen oder leichte Übelkeit. Das alles zusammen drückt den Appetit in den ersten Tagen deutlich. Du sitzt vor deinem Lieblingsessen und schiebst es nach drei Gabeln zur Seite.
Ja, etwas Gewicht zu verlieren kommt im Cannabis-Entzug häufig vor. Weniger Appetit und weniger Gewicht stehen in den Diagnosekriterien für den Cannabis-Entzug sogar ausdrücklich drin. Wenn du weniger isst und der nächtliche Gang zum Kühlschrank wegfällt, nimmst du automatisch weniger zu dir.
Für manche ist das einfach die Rückkehr zu einem normaleren Essverhalten. Für andere wird es belastend, besonders wenn sie ohnehin schlank sind, schnell abnehmen oder sich kraftlos fühlen. Wichtiger als die Zahl auf der Waage ist, wie es dir insgesamt geht.
Frag dich deshalb: Hast du noch Energie für den Tag? Kannst du genug trinken? Kommst du im Alltag zurecht? Oder wirst du von Tag zu Tag schwächer, zittriger und erschöpfter?
Der Hunger lässt meist in den ersten 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Joint nach. Zwischen Tag 2 und Tag 6 ist er bei vielen am schwächsten. Ab Tag 6 oder 7 kommt der Appetit bei den meisten langsam zurück. Nach jahrelangem, starkem Konsum kann das bis zu zwei bis drei Wochen dauern.
So sieht das im Verlauf unserer drei Phasen aus:
Wann der Hunger meist zurückkommt
Der Hunger kommt selten auf einen Schlag zurück. Erst klappt morgens ein Smoothie. Ein paar Tage später isst du mittags eine kleine Portion auf. Und irgendwann merkst du, dass du abends wieder ganz normal Hunger hast.
Wenn du den ganzen Verlauf besser einordnen willst, lies den Beitrag über die 3 Phasen des Cannabis-Entzugs.
Zu wenig Essen macht den Entzug schwerer. Wenn deinem Körper Energie fehlt, werden Reizbarkeit, Schwäche, Schwindel, Frieren und schlechte Laune stärker. Auch die Konzentration leidet.
Daraus entsteht schnell ein Kreis, der sich selbst antreibt:
Wie wenig Essen den Entzug verstärkt
Gerade in den ersten Wochen brauchst du keine perfekte Ernährung. Du brauchst eine verlässliche Grundversorgung. Dein Körper soll merken, dass regelmäßig etwas reinkommt, auch wenn der Hunger noch nicht richtig funktioniert.
Warte nicht auf großen Hunger, denn der kommt im Entzug oft zu spät. Plane lieber kleine, einfache Mahlzeiten, bei denen du nicht lange überlegen musst.
Stell dir im Handy alle drei bis vier Stunden eine Erinnerung. Wenn sie klingelt, isst du etwas Kleines, egal ob du Hunger hast. Eine Banane, ein Joghurt oder ein halbes Brot reichen.
Das klingt nach wenig. Über den Tag verteilt kommt so aber deutlich mehr zusammen als bei einer großen Mahlzeit, die du nach drei Bissen stehen lässt.
Trinken fällt vielen leichter als Kauen. Banane, Haferflocken, Joghurt oder Quark, Nussmus, Beeren und etwas Milch oder Pflanzendrink reichen schon.
So bekommst du in fünf Minuten Energie, Eiweiß und Nährstoffe, ohne einen vollen Teller vor dir zu haben. Viele schaffen morgens einen Smoothie, obwohl ein Frühstück noch nicht geht.
Suppen sind warm, weich und schonen den Magen. Kartoffelsuppe, Linsensuppe, Hühnersuppe oder eine Brühe mit Nudeln funktionieren oft gut, wenn feste Mahlzeiten dich gerade abschrecken.
Koch am besten einen großen Topf und frier Portionen ein. Dann musst du an schlechten Tagen nur noch aufwärmen.
Nüsse, Bananen, Joghurt, Käsebrot, Eier, Müsliriegel oder Trockenfrüchte sind besser als gar nichts. Am Anfang zählt vor allem, dass regelmäßig etwas reinkommt.
Leg dir die Snacks dorthin, wo du sowieso vorbeikommst: auf den Schreibtisch, in die Jackentasche, neben das Sofa. Was du sehen kannst, isst du eher.
Eiweiß hilft, wenn du durch weniger Essen schnell abnimmst. Eier, Quark, Joghurt, Hülsenfrüchte, Fisch, Fleisch, Tofu oder ein Eiweißshake sind in dieser Zeit praktisch.
Ein Quark mit Obst geht auch dann noch, wenn ein warmes Essen zu viel ist. Und ein gekochtes Ei aus dem Kühlschrank ist in einer Minute gegessen.

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Wenn der Appetit weg ist, vergessen viele auch das Trinken. Zu wenig Flüssigkeit macht Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche und Unruhe stärker. Stell dir eine volle Flasche Wasser auf den Tisch und trink über den Tag verteilt immer wieder ein paar Schlucke.
Wenn dir Wasser schwerfällt, probier Tee, verdünnten Saft, Brühe oder Wasser mit Zitrone. Eine warme Brühe zählt doppelt, weil sie Flüssigkeit und etwas Salz bringt.
Ein Spaziergang reicht oft. Bewegung beruhigt den Kopf, bringt den Kreislauf in Gang und kann den Appetit später am Tag anstoßen. Hartes Training brauchst du dafür nicht.
Leichte Bewegung ist bei wenig Hunger besser, als den ganzen Tag auf dem Sofa zu liegen. Viele merken nach zwanzig Minuten an der frischen Luft, dass ein Brot plötzlich doch geht.
Wenig Hunger kommt selten allein. Oft sind Schlafprobleme, Schwitzen, innere Unruhe, Gereiztheit oder Suchtdruck dabei. Das alles verstärkt sich gegenseitig, und es klingt auch nicht alles gleich schnell ab.
Wie lange was meist dauert
| Bereich | Wie lange es meist dauert |
|---|---|
| Appetit und Magen | Ab Tag 6 oder 7 besser, nach starkem Konsum bis zu zwei bis drei Wochen |
| Schwitzen und Hitzewellen | Ab Ende der ersten Woche weniger, nach drei bis vier Wochen meist vorbei |
| Lebhafte Träume und unruhiger Schlaf | Mehrere Wochen, manchmal länger |
| Stabiler, erholsamer Schlaf | Bei vielen bis etwa Woche 7, nach langem, starkem Konsum bis zu drei Monate |
Für den Überblick hilft dir der Artikel die 12 häufigsten Entzugserscheinungen durch Cannabis. Wenn du einen konkreten Plan für die ersten Tage brauchst, lies 15 Tipps für den Cannabis-Entzug.
Lass dich ärztlich untersuchen, wenn du sehr schnell viel Gewicht verlierst oder nichts bei dir behältst. Das gilt auch, wenn du kaum trinken kannst, dich oft übergibst, starke Bauchschmerzen hast oder von Tag zu Tag schwächer wirst. Ein Warnzeichen ist auch, wenn dir die Hose nach zwei Wochen sichtbar zu weit ist, obwohl du nicht abnehmen wolltest.
Hattest du früher schon eine Essstörung oder große Probleme mit dem Essen, sag das deiner Ärztin oder deinem Arzt gleich zu Beginn. Dasselbe gilt, wenn Essen bei dir mit starker Angst oder Kontrollverlust verbunden ist. Dann ist der fehlende Hunger nur ein Teil des Themas und braucht mehr Aufmerksamkeit.
Auch wenn sich der Appetit nach drei Wochen noch gar nicht bessert, gehört eine Abklärung dazu. Außerhalb der Praxiszeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei Ohnmacht, Verwirrtheit oder wenn du Blut erbrichst, rufst du sofort die 112.
Wenig Hunger im Cannabis-Entzug ist unangenehm, aber er passt zu dem, was in deinem Körper gerade passiert. Ab Tag 6 oder 7 wird es bei vielen besser, nach starkem Konsum kann es zwei bis drei Wochen dauern.
Bis dahin helfen dir kleine Portionen nach der Uhr, genug Trinken und ein Spaziergang am Tag. Wenn Warnzeichen dazukommen oder sich nach Wochen nichts bessert, lass es abklären.
Wenn du die ersten Wochen nicht allein durchstehen willst, begleitet dich unser Online-Programm Schritt für Schritt vom letzten Joint bis in den neuen Alltag.
Dein Körper ist an den Hunger gewöhnt, den THC auslöst. Fällt das THC weg, muss sich der natürliche Hunger erst wieder einspielen. Stress, schlechter Schlaf und ein flauer Magen drücken den Appetit in den ersten Tagen zusätzlich.
Sie beginnt meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Joint und ist zwischen Tag 2 und Tag 6 am stärksten. Ab Tag 6 oder 7 kommt der Appetit bei vielen zurück. Nach starkem, langjährigem Konsum kann es bis zu zwei bis drei Wochen dauern.
Viele verlieren in den ersten ein bis zwei Wochen etwas Gewicht. Sobald Appetit, Schlaf und Alltag stabiler werden, pendelt sich das Gewicht bei den meisten wieder ein. Starken oder anhaltenden Gewichtsverlust solltest du ärztlich abklären lassen.
Starte mit kleinen, einfachen Dingen wie Smoothie, Suppe, Banane, Joghurt, Brot, Eiern, Nüssen oder Brühe. Was du trinken kannst, fällt oft leichter als eine große feste Mahlzeit. Iss lieber alle drei bis vier Stunden etwas Kleines, als auf großen Hunger zu warten.
Wenn du schnell viel abnimmst, nichts bei dir behältst, kaum trinken kannst oder schon einmal eine Essstörung hattest. Auch wenn sich nach drei Wochen nichts bessert. Außerhalb der Praxiszeiten hilft der Bereitschaftsdienst unter 116117, bei Ohnmacht oder Verwirrtheit rufst du die 112.
Ja, cannabinoidhaltige Medikamente werden in bestimmten medizinischen Situationen zur Behandlung von Übelkeit oder Appetitverlust eingesetzt. Das erklärt, warum Appetit und THC so eng zusammenhängen. Beim Entzug geht es aber darum, dass dein Körper wieder ohne diesen Reiz essen lernt.

Über den Autor
Sabrina S. · Gesundheitscoach
Sabrina S. ist Gesundheitscoach und wurde vom AZK-Team engagiert. Sie kennt sich mit Gesundheit aus und mit allem, was aktive Bewegung betrifft. Deshalb schreibt sie über Themen, bei denen Gesundheit und Bewegung zusammenkommen.
Mehr über das AZK-Team →
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