
Viele Menschen, die mit dem Kiffen aufhören wollen, stellen sich früher oder später dieselbe Frage: Soll ich gleichzeitig auch mit dem Rauchen aufhören?
Der Gedanke liegt nahe. Wenn man ohnehin schon einen Entzug durchmacht, könnte man doch gleich beide Süchte hinter sich lassen. Schließlich hängen Cannabis und Nikotin bei vielen Konsumenten eng zusammen – vor allem wenn Joints regelmäßig mit Tabak gemischt werden.
Doch genau hier liegt auch das Problem. Zwei Süchte gleichzeitig loszulassen kann deutlich schwieriger sein, als man zuerst denkt.
In diesem Beitrag schauen wir uns die drei häufigsten Strategien an und ich teile meine persönlichen Erfahrungen, welche Methode sich am Ende als die sinnvollste herausgestellt hat.
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten:
Zuerst mit den Zigaretten aufhören
Zuerst mit dem Kiffen aufhören
Beides gleichzeitig aufgeben
Jede dieser Strategien hat ihre Vorteile und Nachteile. Welche am besten funktioniert, hängt stark von deiner Situation und deinem Konsumverhalten ab.
Eine Möglichkeit ist, zuerst die Zigaretten wegzulassen, während das Kiffen noch eine Zeit lang bleibt.
Weniger Nikotinentzug am Anfang
Wenn du weiterhin Joints mit Tabak rauchst, bekommt dein Körper weiterhin Nikotin. Dadurch fallen typische Symptome des Nikotinentzugs zunächst weniger stark aus.
Du brichst eine Gewohnheit
Viele Menschen greifen automatisch zur Zigarette – beim Kaffee, in Pausen oder beim Stress. Wenn du zuerst diese Gewohnheit durchbrichst, kann das ein wichtiger erster Schritt sein.
Das Kiffen bleibt bestehen
Der größte Nachteil ist, dass die eigentliche Hauptsucht häufig weiterhin bestehen bleibt.
Mehr Cannabis-Konsum möglich
Einige berichten sogar, dass sie mehr kiffen, um den fehlenden Tabak zu kompensieren. Dadurch kann der spätere Cannabis-Entzug noch schwieriger werden.
Wenn du wissen möchtest, welche Symptome dich beim Aufhören erwarten können, findest du im Beitrag Die 12 häufigsten Entzugserscheinungen durch Cannabis eine gute Übersicht.
Die zweite Strategie ist, zuerst das Kiffen komplett zu beenden und den Nikotin-Entzug erst später anzugehen.
Mehr mentale Stärke
Viele Menschen merken nach dem Cannabis-Entzug, dass sie mental deutlich stabiler werden. Der Kopf wird klarer und das Selbstvertrauen steigt.
Wenn du einmal gemerkt hast, dass du eine Sucht überwinden kannst, fällt es oft leichter, die nächste anzugehen.
Der wichtigste Schritt ist geschafft
Für viele Menschen hat Cannabis langfristig größere Auswirkungen auf Motivation, Stimmung und Lebensqualität.
Mehr darüber erfährst du auch im Beitrag Warum Kiffen müde und antriebslos macht.
Der Cannabis-Entzug kann anstrengend sein
Viele berichten in den ersten Tagen von:
Schlafproblemen
Reizbarkeit
innerer Unruhe
starkem Suchtdruck
Gerade in dieser Phase greifen manche Menschen automatisch häufiger zur Zigarette.
Die dritte Strategie ist der radikale Schnitt: keine Zigaretten mehr und kein Cannabis mehr.
Ein kompletter Neustart
Manche Menschen fühlen sich mit dieser Methode am besten, weil sie ihr Leben direkt komplett umstellen.
Keine Ersatzsucht
Wenn du nur eine Substanz aufgibst, kann es passieren, dass die andere stärker wird. Beim gleichzeitigen Aufhören passiert das nicht.
Doppelter Entzug
Das Problem liegt auf der Hand: Dein Körper muss gleichzeitig mit Nikotin- und Cannabisentzug klarkommen.
Das kann zu deutlich stärkeren Symptomen führen, besonders in den ersten Tagen.
Nach mehreren Versuchen habe ich gemerkt, dass für mich eine Strategie am besten funktioniert hat:
Zuerst mit dem Kiffen aufhören – und später die Zigaretten angehen.
Der Cannabis-Entzug ist für viele Menschen die größere Herausforderung. Sobald dieser Schritt geschafft ist, fühlt man sich mental deutlich stärker.
In meinem Fall war es sogar so, dass ich in den ersten Wochen nach dem letzten Joint mehr Zigaretten geraucht habe als vorher. Das war natürlich nicht ideal, aber es hat mir geholfen, die schwierigste Phase des Entzugs zu überstehen.
Nach ungefähr drei Wochen hatte sich mein Zigarettenkonsum wieder normalisiert.
Eine weitere Unterstützung während dieser Phase können CBD-Tropfen sein. Viele Menschen berichten, dass sie besonders in den ersten Tagen helfen können, wenn der Körper sich erst wieder an ein Leben ohne THC gewöhnen muss.
CBD kann zum Beispiel helfen bei:
innerer Unruhe
Schlafproblemen
Stressgefühl
Mehr dazu findest du auch im Beitrag Kiffen aufhören mit CBD – eine effektive Unterstützung?
Es gibt keine perfekte Methode, die für jeden Menschen funktioniert.
Wenn du es langsam angehen willst, kann es sinnvoll sein, zuerst mit dem Kiffen aufzuhören und den Nikotin-Entzug später anzugehen.
Wenn du einen radikalen Neustart möchtest, kannst du auch versuchen, beides gleichzeitig aufzugeben – sei dir aber bewusst, dass das körperlich und mental deutlich anstrengender sein kann.
Wichtig ist vor allem eines: Dranbleiben.
Jeder Schritt weg von einer Sucht bringt dich näher zu einem Leben, das freier, klarer und selbstbestimmter ist.
Und genau das ist am Ende das Ziel.